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Die Akustik / Ernst Florens Friedrich Chladni
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280
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Die Gehörknöchelchen sind zum Theil mit kleinen Muskeln versehen, Hie ihre Bewegung unter-stützen, der Hammer hat drey, und der Steigbügel einen. Die Gelenkflächen der Knöchelchensind mit Knorpel überzogen, und werden durch zarte fast nur häutige Kapselbänderchen zu-sammengehalten.

Bey Kindern haben die Gehörknöchelchen schon ebendieselbe Größe, wie beyErwachsenen.

Vormals ward die Trommelhöle als der eigentliche Sitz des Gehörs angesehen, daßsie es aber nicht sey, und daß man den darin enthaltenen Kerven, die Trommclsaite(chorda tympani), nicht als einen zum Gehöre unmittelbar dienenden Nerven anzusehen habe,erhellt schon daraus , weil dieser Nerve mit einer Scheide versehen ist, dahingegen alle Ner-ven, die zu einer feinen Empfindung bestimmt sind, an dem dazu gehörigen Stellen ihreScheiden ablegen. Auch hat man einige Beyspiele, unter andern eins, das Astley Eooperin khilos. transact. 1360. Yöl. I. n. VHI. beschreibt, wo nach Zerstörung der Trommelhautoder eines Theiles derselben, oder auch bey einem gänzlichen Mangel der Gehörknöchelchenkeine Taubheit erfolgt ist.

237.

Der Labyrinth, welcher seinen Nahmen von den verschiedenen gekrümmten Hölun-gen hat, die mit mehrern Zugängen und Ausgängen versehen sind, befindet sich im pyrami-denförmigen Theile des Schlafknochens oberhalb der Trommelhöle, etwas weiter nach hinten,ex ist ganz von schwammicher Knochenmasse umgeben, seine Wände aber sind zart und fest,und mit einer Knochenhaut überkleidet, die eine Fortsetzung der harten Hirnhaut' ist. Er istganz mit einer wäßrichen Feuchtigkeit (aquula labyrinthi) angefüllt, welches dazunützt, daß die Gehörnerven, welche bey dem Eintritts in den Labyrinth ihre Scheiden ablegen,und sich bloß mit ihrer markichen Substanz in mancherley Häute und Fasern verbreiten, ineiner solchen wäßrichen Flüssigkeit weit mehr, als wenn sie etwa mit Luft umgeben wären, vorjeden? Verderbniß sicher seyn, und jeden Eindruck der Dieser Flüssigkeit durch den Schall mit-getheilten Bewegungen stärker empfinden können. Diese wäßriche Feuchtigkeit wird von denfeinen Arterien, welche sich auf der Oberstäche des Labyrinthes endigen, abgesondert, unddurch den Wasserleiter des Vorho fs (aquaeductus vestibuli) und den Wasserleiterder Sch necke (aquaeductus .cochleae) wieder in den Mr.eißlanf des Blutes zurückgeführt.