48 Theorie der Höfe, Nebensonnen, und verwandter Phänomene
eine Aenderung des Verhältnisses der Breite eines Zwischen-raumes zur Dicke eines Fadens, wenn auch ihre Summe unge-ändert bleibt, dennoch die Intensität der verschiedenen Spectrasich auf sehr mannigfaltige Art ändert, und folglich das Phä-nomen in dieser Beziehung vieler Veränderungen fähig ist.
Bey dem beschriebenen Versuche ist es eben nicht nölhig,dafs das Gitter aus Dräthen, Haaren etc. bestehe 5 ein Planglasmit Blattgold belegt, in welches Parallellinien in den angege-benen Entfernungen radirt sind, bringt auf dieselbe Weise diesesPhänomen hervor. Wenn man in ein Gitter dieser Art, inwelchem e — 0,0022, noch eine andere Reihe Linien radirt, derenEntfernung bedeutend gröfser, z. B. e = 0,02 ist, und welchedie kleineren unter einem rechten Winkel schneiden, so ändertdieses, indem man die Sonne durch dieses Gitter beobachtet,das Phänomen nur wenig; weil die Nebensonnen, welche diegröfseren s hervorbringen, fast ganz in die wahre Sonne fallen,und daher nicht bemerkt werden können. Dasselbe Phänomenwird auch hervorgebracht, indem man z. B. in ein Messing-hlältchen runde Löcher so bohrt; dafs sie wie die eben be-schriebenen Linien in parallelen Reihen liegen.
Man wird aus diesen Versuchen schliefsen, dafs die ver-tikalen Nebensonnen, welche die Natur hervorbringt, wahr-scheinlich durch gegenseitige Einwirkung gebeugter Strahlen aufeinander hervorgebracht werden. Auf welche Art dieses geschieht,mag aus Folgendem hervorgehen.
Es sey a-ö.c, Tab. III. Fig. 3, ein Segment der Oberflächeder Erde, welches man sich jedoch als ein Segment einerKugel denken mufs; mit ihr parallel clef eine Schichte desDunstkreises. In dieser Schichte liegen Dunstkügelchen, derenDurchmesser durch $ bezeichnet werde; sie seyen, in Hinsichtihrer gegenseitigen Lage in Bezug auf die Wehgegenden,unregelmäfsig verbreitet; ihre Zwischenräume aber, d. i- dieEntfeiwmg von einem Kügelchen zum anderen, seyen ohngefähr