50 Theorie der Höfe, Nebensonnen und verwandter Phänomene
An verschiedenen Tagen kann .6 verschieden seyn, undhierin liegt der Grund, weswegen der scheinbare Abstand dervertikalen Nebensonnen nicht immer derselbe seyn kann. Ist inder Schichte des Dunstkreises e für die verschiedenen Kügelchenweniger gleich, und hat diese Ungleichheit einen gewissenGrad erreicht, so können die vertikalen Nebensonnen nichtausgebildet seyn, und es wird dann nur ein vertikaler. Lieht-streifen, eine sogenannte Feuer- oder Lichtsäule gesehen. Dafsdieser Lichtstreifen, so wie die Nebensonnen, roth gesehenwerden, kömmt eben daher, weswegen die Sonne am Horizontegewöhnlich roth gesehen wird. Die angegebene Ursache derEntstehung des'■ Phänomene» . der vertikalen Nebensonnen, zeigtdeutlich genug, weswegen es nur bey sehr niederem Stande derSonne beobachtet werden kann.;
- Horizontaler Kreis.
Der Kreis oder 4 as Segment eines Kreises, welches durchden leuchtenden Körper geht; und ohngefähr seinen Durch-messer zur Breite hat, ist fast immer mit dem Horizonte parallel,auch wenn der leuchtende Körper beträchtlich über dem Hori-x zonte erhaben ist; wir kennen nur eine einzige Ausnahme durchdie Beobachtung des W. Hall. — Dieses horizontale Segment,welches die Höfe grofser Art durchschneidet , und in dessenDurcbschniitspunklen die horizontalen Nebensonnen liegen, istohne prismatische Farben, nur die Nebensonnen selbst, Welchein diesem Segmente liegen, sind nach innen roth.
Wenn man eine Seite einer Glastafel mit einer durch Talgoder ein anderes Fett beschmutzten Hand, oder mit einemweichen Leder mehrmal genau nach ein und derselben Richtungüberfährt, so wird das Glas schwach doch ghiclunäfsig beschmutzt