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Theorie der Höfe, Nebensonnen und verwandter Phänomene mit Versuchen zur Bestätigung derselben / von Joseph Fraunhofer
Entstehung
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mit; Versuchen zur Bestätigung derselben.

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H orizoittale Nebensonnen und erhabene farbige

Bogen.

Schon aus dem Grunde, weil das besprochene horizontaleSegment den ersten intensivsten Hof grofser Art schneidet,müssen die Durchschnittspunkte heller seyn als die übrigenTlieile des Hofes, und schon aus dieser Ursache könnten diegenannten Punkte sichtbar seyn, indefs sowohl der Hof als dashorizontale Segment zu schwaches Licht hätten, um wahrge-nommen werden zu können*, allein es wirken hier noch andereUrsachen zur Entstehung der horizontalen Nehensonnen mit.

Haben die in der , Schichte des Dunstkreises befindlichenKrystalle gegenseitig eine solche Stellung, dafs sie sich für dasAuge des Beobachters einer parallelen Lage nähern, wie esaus obigen Schlüssen folgt, so sind., horizontal die Zwischen-räume am gröbsten und die Krystalle decken sich in dieserRichtung gegenseitig am wenigsten, daher sie hier für dasdurchfahrende Licht am freyesten sind, und von dieser Stelleam niehrsten des durch die Krystalle gebrochenen Lichtes indas Auge gelangen kann , also die horizontalen. Stellen desHofes sehr viel heller seyn müssen, d. i. es müssen horizontaleNebensonnen gesehen werden. Man begreift leicht, dafs dieUmstände zur Bildung dieser Nehensonnen und des horizontalenKreises mehr oder weniger günstig seyn können, je nachdemdie Anzahl der Krystalle gröfser oder kleiner ist u. s. w. Schon<ler Umstand, dafs der Schweif, von welchem diese Neben-sonnen gewöhnlich begleitet sind, immer nur nach aussen liegt,weist darauf hin, dafs sie durch die Brechung' des Lichtes inden Eisprismen entstehen; weil, wenn die Intensität der Strah-len, welche durch diejenigen Prismen gebrochen werden, deren