5B Theorie der Höfe, Nebensonnen und verwandter (Phänomene
Krystallen. Wäre das Auge zunächst an der Schichte, im Ze -nith, so würde es schon von den ihm nahe gelegenen Krystallendieses Licht erhalten. Daraus folgt, was man auch schon ohnedas Vorhergehende schliefsen würde, dafs alle Strahlen, welcheauf den dem leuchtenden Körper zugekehrten Theil der Schichteauflalleu, so modifizirt werden, dafs sie in ho rizontalerSichtung divergiren , indefs sie in vertikaler Richtung nochparallel sind. Das Licht nimmt also innerhalb der Schichteüberall einen solchen Weg, als käme es von einem hori-zontalen leuchtenden Segmente. Da dieses schon für diehe erste oben gedachte Schichte gilt, so fällt es dc^u^ch auf die
zweyte Schichte eben so. Wh haben oben bey den Höfen
grofser Art gesehen, dafs, wenn der leuchtende Körper ein.Punkt oder eine kleine runde Fläche ist, alsdann durch dieBrechung der Strahlen in den Eisprismen, ein concentrischer$£ leuchtende Scheibe umgebender Kreis gesehen werden mufs.Verfolgt mau den Weg der Strahlen ebenso für den Fall, wenndas Lieh 1 von einem leuchtenden horizontalen Segmente kömmt,so findet man für die in der zweyten Schichte gelegenen Kry-sjalle, dafs alsdann ein das Zenith umschreibender mit demHorizonte paralleler farbiger Bogen gesehen werden müsse*Durch andere Worte ausgedrückt: wenn auf die zweyte Schichtedas Licht so fällt, als käme es von einem horizontalen leuch-tenden Streifen, so kann nur dasjenige iu den Krystallen derzweyten Schichte gebrochene Licht in das Auge des an derErdoberfläche befindlichen Beobachters gelangen, welches von
einem Bogen ausfährt, dessen Mitte das obere Ende des Hofesgrofser Art berührt, und welcher das Zenith umschreibt, folg-lich mit dem Horizonte parallel ist; d. i, nur für die in diesemBogen liegen4ep Krystalle kann für ein von einem leuchtendenStreifen kommendes Licht, in vertikaler Richtung p einMiniumm seyn.
Der erhabene farbige Bogen wird um so heller seyn, jegrofser 4ie Intensität des von dem horizontalen, weifsen S e ö mente