Band 
Erster Theil.
Seite
58
JPEG-Download
 

58 Deutschland.

Sieg der Franzosen 7. Mai 1809. — Der Flecken Rremsmünster an derKrems, 650 E-, in der fruchtbarsten Gegend Österreichs, Abtei, 772 gestif-tet, mit prächtigen Gebäuden (ausgezeichnet ist die Kirche, der 2V0F. langeBibliothekssaal) und vielen wissenschaftlichen Anstalten, einer philosophischenLehranstalt, einem Gymnasium, eine Mnsiklchranstalt, Bibliothek von 50,000Bänden, Sternwarte, Museum, großen Gärten und Wirthschaftsgcbäuden.Diese Abtei ist das reichste Stift des Staates; sie besitzt 157 Dörfer, be-soldet ihre Beamten mit 80,000 Gl. und zahlt dem Staate jährlich 122,000Gl. an Abgaben. — St. Florian, Flecken in sehr fruchtbarer Gegend, mitreichem Stifte, dessen Kirche besonders prächtig ist und welches eine Biblio-thek, Gemälde- und andere Sammlungen besitzt. — Ens, an Ens undDonau, 3000 E. Band- und Baumwollwcbcrei, Eisenwerke. Fürstl. Aners-pcrg. Schloß Enseck. — weier, 900E. Blech- und Eisenhämmcr. —Der S. Theil dieses Kreises heißt das Salzkamincrgut, ein völliges Ge-birgsland mit dem 6400 F. hohen Priel und dem 9200,F. hohen Schnee-berg (Dachstein), — 12 Q. M. mit 16,500 E. Hauptproduct desselben istSalz, welches fast in allen Örtern dieser Gegend gesotten wird, und des-sen Bereitung und Verkauf fast die einzige Beschäftigung der E. ist. DasSteinsalz bricht bei Ischl am Traun und Hallstadt am Hallstädtcr See,Flecken mit 1800 und 1000 E-, wird nach diesen Örtern und Ebensee, zuSoole aufgelöset, geleitet und daraus jährlich — 800,000 Ztr. Salz ge-kocht. Die Röhrcnleitnng nach Ebensee (eigentlich nach dem nahen DorfeLangbath), eine höchst schcnswcrthe Anlage, besonders da wo sie über das80 Klafter breite Gvsauthal (der Gosauzwang) führt, ist 4 M- lang.Flecken Gnmnden am Traunsce, zwar Sitz des Salzobcramts, aber nichtzum Salzkammcrgute gehörig, 3300 E. Große Salzmagazine, Fabrik vonthönerncn Rosenkränzen. Der Traustcin — 5100 F. lvbertrann in S.des Hallstädtcr Sees, ein Dorf, in dessen Nähe der Ressel, aus dessenTiefe bei heftigem Regen eine bedeutende Wasserflut unter tobenden Brau-sen hcrvorsturzt, und der Hirschbrunncn, eine Steinflächc, aus deren Ge-rölle, wenn der Schnee des Hochgebirgs schmilzt, schäumend ein Wasser-strom hervorbricht.

ll) Der Innkreis, an der Baierschen Gränze, welcher im TeschcncrFrieden 1779 von Vaicrn abgetreten wurde, daher nebst Salzburg auchwohl Neuästerrcich genannt, — 41O.. M. 145,000 E. — ch Ried, 2800 E.Leine- und Tuchweberei. — Draunau am Jnn, 2000 E. Brauerei, Tuch-fabriken, Holzflößen. — Schärding am 2»n, 2500 E. Schloß. — SchloßWildenau mit Kunstsammlungen. Steinkohlengruben bei Wildshut. Stiftin Reichersberg. — Raab, Flecke»; berühmte Brauerei.

e) Der Salzachkreis — 127 O.. M. 150,000 E. Dieser Kreis bildetedas alte Lrzbisthum Salzburg, welches als BiSthum 716 vorn heil. Rup-recht gestiftet, 798 zum Erzbisthum erhoben, 1803 als Rurfürstcnthumdem damalige» Großherzoge von Toekana gegeben wurde, 1805 a» Öster-reich, 1810 au Baicrn, 1815 aber wieder an Österreich fiel. Ein wahresAlpcnland, voll erhabener Naturschönheiten, Glätschcr, Wasserfalle, Eng-