Band 
Erster Theil.
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Preußen. Einleitung. 223

Gewässer des Flachlandes in O. der Elbe. Fast jedes Flüßchen findetauf seinem Laufe lange Vertiefungen, die es zu Seen gemacht hat,deren ganze Oberfläche zusammen aber nur etwa I5Q.M. beträgt.Durch den Mü l lroser G raben (Friedrich Wilhelms Kanal)ist die Spree, also Elbgebiet mit der Oder verbunden; mehre andereKanäle verkürzen die Wege einiger Flüsse, z. B. der Plauensche-,Ruppiner- und Oderkanal» der Hauptgraben. Elb- undWesergcbiet find nirgend verbunden. Dies ist die Beschaffenheit desöstlichen Deutschen Haupttheils des Staates. Wir betrachten nun denW. Theil; dieser bietet eine andere Anficht dar. Auch er beginnt inS. auf Gebirgen der Westfälischen Hochfläche, auf der Egge, demWcsterwalde, Hundsrück bis am Fuße des Französischen Was-gaus; aber er verflacht sich nicht schnell auf die Ebene hinab, sondernbehält noch weiter gegen N. den Gebirgscharakter. Da erhebt sich inW. der Weser der LippischeWald (Osning), weiter gegen W-die Egge, Ebbe und die sogenannten Saucrländischcn Gebirge;am Rhein das Siebengebirge, in W. desselben der Hochwald,und die Eifel. Erst nördlich von diesen beginnt das Flachland, wcl-chcs aber an der W. Gränze eine merkwürdige bis 30ÜV F. hohe rauhe,steppcnartige Hochebene bildet; und selbst die östlichen Ebenen zwischenRhein, Ems und Weser find noch von ansehnlichen Hügelketten durch-zogen. Der Boden der Hochflächen ist dürr und wenig ergiebig; auchdas eigentliche Flachland hat zum Theil die allgemeine Beschaffenheitder N. Deutschen Ebene, auch hier find weite Sandebcnen und Mo-räste, aber am Fuße der westlichen Gcbirgszüge höchst fruchtbare Striche.Fast das ganze Land ist Rheingebiet. Der Rhein, welcher beimEinfluß der Nahe das Preußische Gebiet berührt, drängt sich hier durchdie Mitteldeutsche Bergkette (Hohe und Hundsrück), kämpft mitden ihm entgegenstehenden Felsen und erschwert die Schifffahrt, ver-läßt bei Koblenz die Gebirge, wird aber bald wieder von Eifel undSiebcngebirge eingeschlossen und tritt oberhalb Bonn für immerin die N. Deutsche Ebene. Sein Hauptnebenfluß ist die Mosel in W.Die meisten seiner Nebenflüsse in W. kommen erst durch die Nieder-ländische Maas zu ihm. Von O. her empfängt er die Lahn (aberauf Nassauischem Gebiete), Ruhr und Lippe. Die Länge des Preu-ßischen Rhcinlaufs beträgt etwa 45 M. Unbedeutend ist der PreußischeTheil des Gebiets der Weser, welche etwa ILM. weit im äußerstenO. dieses Landestbcils dem Staate zum Theil als Grenzfluß angehörtund nur kleine Gewässer aus denselben aufnimmt; dagegen gehört dasganze obere Gebiet der Ems hierher, welche in der Lippischen Senneentspringt, hier aber noch nicht schiffbar ist. Eigentliche Landsern fin-den sich in diesem Theile der Monarchie gar nicht; auch an Kanälenfehlt es. Weser und Rhein sind nicht verbunden, projectirt ist aberdie Vereinigung der Lippe und Ems, und der Münstecsche Kanalverbindet einen Nebenfluß der Ems mit der Vecht, welche, wie dieNiederländische Pssel (eissel), hier ihre Quellen hat. Der Kanalzwischen Maas und Nbein (Fossa Eugeniana) ist nie vollendetworden. Obgleich der W- Theil des Preußischen Staates mehr GcbirgS-land enthält, als der östliche, so steht er diesem doch an Höhe der