312 Deutschland.
die etwa 7 M. weit die W. Landesgränze macht. Mit ihr fast parallel fließtdie Leine, welche die Ruhme aufnimmt. Der Ackerbau wird eifri-ger betrieben, als (mit Ausnahme der Schafzucht) Viehzucht, und au-ßer dem gewöhnlichen Getreide (viel Weizen) gewinnt man Flachs,Rübsaamen und in N. Taback. Die W. Gebirge liefern etwasEisen undKupfer, Mühlsteine, Sandsteine, Basalt, Pfei-fen- und Fayenccthon, Braunkohlen, Alaun u. a. Flachs-spinnerei und Weberei ist sehr wichtig, aber nur die beiden StädteGöttinqen und Münden zeichnen sich durch Fabriken aus. Die E. sindbis auf 2500 Katholiken, 6000 Reformirte und 1200 Juden sämmtlichLutheraner. Behörden sind die Justizkanzlei, Steuerdirection,zugleich für Grubenhagen und Hohnstein, 1 Generalsuperinten-dentur, 10 Superintendenturen, 1 Oberforstamt (auch fürGrubenhagen), 7 Städte, I I Ämter, 16 Gerichte. Das Fürstenthumentstand durch die Theilung der älteren Wolfenbüttelschen Linie 1286,kam 1437 an die mittlere Wolfenbüttelsche Linie, 1495 an Kalen-berg und 1634 an die Lüncburgische Linie.
ch Gättingen (420 F.) a» einem Kanal der Leine, 11,000 E., eine derfrenndlichstcn Städte des Königreichs, im Leinethale. Zu den ausgezeich-netsten öffentlichen Gebäuden gehört die Bibliothek, Sternwarte (erst 1816vollendet und im edelsten Stile erbauet), daö Entbindungshvspital, dieAnatomie und die Justizkanzlei. Universität (1000 Studenten), 1734 ge-stiftet, 1737 eingeweihet, mit den vorzüglichsten Anstalten, unter denen dieherrliche aus fast 300,000 Bänden bestehende Bibliothek, das Museum undder botanische Garten Blumenbachs Sammlungen, besonders dessen Schä-delkabinct. Gesellschaft der Wissenschaften, Hebammen- und Thicrarzuei-schule, Gymnasium; Justizkauzlci, Generalsupcrintcndentur, Steuerdirection.Gericht Leineberg. Die hiesige Industrieschule 1785 gestiftet, eine der er-sten Anstalten dieser Art in Deutschland; Sountagüschule. Zwei Tuchfa-briken, starke Wollwebereien, Stärke-, Seife-, Tabacksfabriken, eine Bunt-papierfabrik, Gerbereien. Handel mit Mettwürsten; Linnenleggc. — chMün-den in einem reizenden Thale an der Wcrra und Fulda, welche sich hiervereinigen, 5700 E- Gewerbrcicher Ort, dessen Fabriken Taback, Strümpfe,Seife, Leder, Fayence, Zucker, Essig) Thonpfeifen und Hüte liefern. StarkeSpedition und Weserhandel (die Stadt hatte bis 1823 das Stapelrccht>Wichtiger Leinewand- und Holzhandel. Linnenleggc. Ausgezeichneter Gar-tenbau, Lachsfang. Lateinische Schule. Altes herzogliches Schloß, jetzt Ma-gazin, die Blasiikirche mit herzoglichen Gräbern. Der schöne Werder. Inder Nähe sind zwei Mühlsteinbrüche, ein Braunkohlenbergwerk, zwei Pa-piermühlen. — Oranofcld, 1300 E. Basaltbrüche. — ch Uolar (500 F.) imSoUing, 2000 E. Thonpfeifenfabrik. Leinewandweberei und Lcggc, Bleiche».In der Nähe 2 Eisenhütten, Papiermühle. — Hardegsen, 1350 E. —ch Moringen, 1700 E. Zucht- und Waisenhaus. Papiermühle, Steinbrüche.— ch Lovcnden, 1600 E. Hauptort der alte» Herrschaft Pleffe, deren Be-sitzer 1567 ausstarben, worauf das Gebiet von Hesse» in Besitz genommenund 1816 an Hannover abgetreten wurde. Ruinen der Burg PlcHc. —