Band 
Erster Theil.
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Deutschland.

Nordsee bcgränzt fast die Halste des Landes und bildet den 2^M. gro-ßen, von 1277 bis 1287 durch Einbruch des Meeres entstandenen Meer-busen Dollart, in welchen sich die Eins, die bis Halte Seeschiffetragt und noch bei Rhenc Ebbe und Fluch hat, mit der Lcda, welchein zwei Armen aus Oldenburg kommt und die Jiimmc aufnimmt,ergießt. Die übrigen Gewässer des Landes sind Bäche, Kanäle (Tiefe)und kleine Landseen (Meere). Die Provinz ist ihrer natürlichen Be-schaffenheit nach ganz dem Fürstcnthum Bremen zu vergleichen; derRand die fruchtbarste Marsch des ganzen Königreichs, das InnereMoor und Heide. Eine bis j Meile breite Sandstrecke trennt dasinnere Moor von der Küste. Diese kann nur durch kostbare Dämme36j Meile lang, bis 21 F. hoch, gegen die Mccrcswcllen so wie durch83 Sichle (Schleusen in den Deichen) geschützt werden, denn sie istso niedrig, daß die gewöhnliche Fluth sie größkentheils bedecken würde.Das ganze Land ist eine Ebene, die sich zur Ebbczeit über die Wat-ten bis zu den 6 Küstcninseln ausdehnt, im Innern bis 12 F. hoch.Im Innern sind ll Moorkolonien (Vchne). Etwa 17 Q. M. liegenganz wüst als sogenanntes Hochmoor und Heide; I6Q. M., wovonll angebauet sind, rechnet man auf den Sandboden, 12j aufMoor, 23H auf die Marsch, H auf die Inseln. Die fruchtbar-sten Strecken sind die sogenannten Polder d. h. vom Meere ange-setztes und eingedeichtes Marschland. Noch jetzt fährt das Meer fortim Dollart und der Lcibucht Marschland anzusetzen. Sandbänke (Wat-ten) zur Fluthzcit ganz überströmt, umgeben I—2 M. weit die ganzeKüste. Waldungen sind unbedeutend (—6800 Morgen). Ackerbau,Viehzucht und See Handel sind die Hauptbeschäftigungen, wenigerFabrikarbeitcn. Die Land wirthschaft in den Marschgcgenden isthöchst blühend. Pferde, Rinder, Gänse, Getreide, Rüb-saamen und Torf (fast ^ der E. lebt von Torfgräbcrei) sindHauptproducte. Wichtig ist die Häringsfischcrei an den Schot-tischen Küsten, der Austern fang dagegen unbedeutend. In der Lcdasind Störe, auch wohl Lachse; die Binnengewässer enthalten vor-zügliche Aale. Wild giebt es außer Hasen nicht, Rehe sind selten,wilde Enten, Rebhühner und Schnepfen häufig, bisweilen zei-gen sich wilde Gänse und Schwäne; Kaninchen sind auf denInseln häufig. Mineralien finden sich außer Thon und Torf, wel-cher letztere aber in besonderen Eolonicn (Vchne) in großer Mengegegraben wird, nicht. Es giebt drei unbenutzte Mineralquellen,bei Bollinghauscn, Nortmoor (beide in der Nähe von Leer)und bei Detern (Amt Stickhauscn). Der Fabrikflciß ist nicht bedeu-tend; es giebt indeß Kalk- und 73 Zicgclbrennercicn, 10 Öl-und 16 Sägemühlen; auch werden Lcinewand, Zwirn,Strümpfe, Hüte, Seife, Taback und Leder in ziemlicherMenge verfertigt. Die E. sind theils Lutheraner, theils Refor-mirtc; jedoch giebt es auch 1 katholische und 1 McnnonitischcGemeinden, so wie Herrn Hüter und einige Jüdische Gemeinden.Behörden: ein Eonsistorium für beide protestantische Parteien,eine Justizkanzlei und Stcucrdirection, 2 Gcncralsupcrinten-denturen, 17 Superintendcnturcn, S Städte, 12 Ämter, 5 Gerichte.