Band 
Erster Theil.
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347
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'Einleitung. 3-17

Die Niederlande.

Große 570 Q- M. (ohne Luxemburg) *). Lage 50° -15' bis 53°3V'N. Gränzen: in NW. und N. dieNocdsee, in OstenDeutsch-land (Hannover, Preußische Rheinprovinzen), in Süden Belgien. Dasganze Land ist .Fortsetzung der N. Deutschen Ebene, und besonders mitOstfriesland zu vergleichen, d. h. die Küstengegenden und die Umge-bungen der großen Gewässer haben fruchtbaren Marschboden, deraufs sorgfältigste zu Acker-, Garten- und Wiesenland benutzt wird, dasInnere ist Morast, Heide und Sand. Alles ist hier Tiefland,ohne Berge (nur niedrige Hügelketten sind in den weiten östlichenHeiden) ohne Steine (die hier sonst zerstreueten Geschiebe sind längstzu Dämmen, Straßen und Gebäuden benutzt), ohne Wald, ohne vieleQuellen, die Marschgegenden von Kanälen durchschnitten, die oft hoherliegen als die benachbarten Wiesen, deren Entwässerung daher zumTheil nur durch Maschinen möglich ist. Die höchsten Hügel in OberAssel der Bariker und Holtcr Berg; in Utrecht die Amersfor-der Berge; in Geldern die Veluwischen Hügel. Die größten Moor-strecken sind beiKoe Verben in Drenthe und Ober Assel; bei Lochemund Ruurlo in Geldern; zwischen Grave, Venloo und Hei-ni ont in Limburg und Nordbrabant; ferner in Groningen und Fries-land. Die der Seeküste naher liegenden Sumpfgegenden sind durchAbzugsgräben, Schöpfräder und Deiche grvßtenthcils in Polder (d. h.eigentlich eingedeichtes dem Meere abgenommenes Marschland, vergl.Ostfciesland), die, wie der Bcemster und Scher meer in Holland,oft eine Q. M. groß sind, mit ergiebigem Acker- und Wiesenboden ver-wandelt. Die Küstenstriche find sehr flach, zum Theil niedriger alsder Wasserspiegel der Nordsee; sie können daher nur durch hohe, mitgroßen Kosten, zum Theil selbst auS Fclsenblöcken (die man in frühe-ren Zeiten sogar aus den N. Deutschen Küstenländern holte) erbaucteDämme oder Deiche geschützt werden, wo das Meer nicht selbst durchAufwerfung von Sanddüne n, die man bis 180 F. hoch findet, demLande eine Schutzwehr gegeben hat. Hohe Fluthen und Stürme ausNW. durchbrechen aber nicht selten die Deiche, und richten wie am 3.und 4. Febr. 1825, fürchterliche Verheerungen an. Durch solche Fluthensind schon vor Jahrhunderten die Küsten zerrissen und tiefe Meerbusen,Inseln und Sandbänke gebildet, welche letztere sich um die ganze NW.Küste bis nach Deutschland beziehen. Der größte Busen, durch seineSandbänke der Schifffahrt höchst gefährlich, ist der ZuyderZce (seu-der see d. h. Südec See) ---- 50 bis 60Q. M., durch Einbruch desMeeres in dem Zeitraum von 1219 bis 1282 entstanden. Auch derDvllart — 2H Q-M., Zwischen Groningen und Ostfriesland, gehörtmit hierher und hat ähnlichen Ursprung (1277—1287). Der Lau-tn erz er See an der N. Küste. In NW. ist eine Menge kleinerLandseen, darunter das Haarlemer Meer — 3 Q. M., welches sich

) Der nach dem Thellungsentwurfe der Londoner Konferenz für die Niederlandebestimmte Theil der Provinz Limburg ist nach ungefährer Schätzung dazugerechnet.