Band 
Erster Theil.
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Einleitung.

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ger lang, aber mehr in die Breite ausgedehnt sind die Seen in denApenninen. Bemerken muffen wir, daß in manchen Strichen des Lan-des die Gewässer an ihren Mündungen Sümpfe bilden; Maccm-mcn am Po, Arno, Pontinische Sümpfe. Weite Lagunenumschließen die NO. Küste. Das Klima ist so verschieden, daß in dennördlichen Ebenen die Zitrone nicht mehr den Winter (wo manwohl bis 8° Kälte, wiewohl selten, hat) im Freien ausdauert, in S.dagegen die Palme und das Zuckerrohr gedeihen. Im Ganzengenommen ist in den Ebenen des Landes die Luft allethalbcn mildund selbst in Neapel nicht so glühend als in Andalusien oder selbstan Frankreichs S. Küste. Das südliche Neapel und Sizilien habenschon fast Afrikanisches Klima und Produete, die sich auf dem Euro-päischen Fcstlandc nur in den wärmsten Theilen Spaniens finden(Zuckerrohr, Eaetus, Agaven, Palmen, Johannisbrotbäumc rc.). Drük-kcnder S. Wind (Scirocco).

Uralte Nationen Iberischen, Jllyrischcn, Griechischen,Keltischen und anderen Stammes bevölkerten Jahrhunderte vorChristus das Land. Germanische Völker, Goten, Langobar-den, Franken -c. eroberten es seit 40V nach Christo und setzten sichfest. Dazu kamen in S. Araber, Nocmänncr, Alb anier.Aus der vielfachen Mischung dieser Völker ging der jetzige Italienerhervor. Seine Sprache ist Tochter der Lateinischen. Reich ist dasherrliche Land an mannichfaltigcn Erzeugnissen, das Volk aber nurin N. recht thätig und den Reichthum der Natur gehörig benutzend,vorzüglich wo Deutsche Regenten wirken. Wichtig ist der Seiden-bau; in N. wird Getreide- und Olbau am eifrigsten getrieben,nur im äußersten Süden werden Südfrüchte gezogen; Viehzucht,ist im ganzen Lande stark, Bergbau hat nur in N. einige Bedeu-tung, Fischerei ist an der Meeresküste erheblich, aber zum Bedarfder E. nicht hinreichend, Fabriken und Verkehr im Innern nurin N. blühend, in der S. Hälfte, wo man keine Landstraßen kenntund keine schiffbaren Flüsse sind, fast gar nicht; zahlreiche Kanäle undherrliche Landstraßen in N. der Apenninen; der Scehandel ist mei-stenthcils in den Händen von Ausländern. Wissenschaften sind hochgeachtet, die Volksbildung ist kläglich; jedoch zeichnen sich die LänderDeutscher Fürsten mcistenthcilö rühmlich vor den anderen aus. Ob-gleich die Finsterniß des Mittelaltcrs durch das erneuerte Studium derClassiker zuerst in Italien (XIII. und XIV. Jahrh.) erhellt wurdeso steht dies Land doch an Höhe der Bildung und an Zahl der Ge-lehrten vielen anderen Europäischen Ländern nach. Noch immer hegtaber Italien Meister und Meisterstücke der schönen Künste, fürwelche selbst im Volke hier mehr Sinn ist, als in irgend einem an-deren Lande.

Seit mehr als einem Jahrtausend ist Italien ein politisch zerris-senes Land gewesen, in mehre Staaten getheilt, die fast immer Für-sten Deutschen, Spanischen und Französischen Stammesgehorchten; daher keine Nationalcinheit. Nach dem Untergänge desWeströmischen Reiches (170) bildeten Ostgoten, nach ihnen Lan-gobarden m der N. Hälfte einen bedeutenden Staat, während in

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