Band 
Erster Theil.
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415
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Lombardisch VenetianischeS Königreich. 415

oberm Gebiete über die Gränze hinaus nach Deutschland hinein rei-chen; jedoch erheben sich unter den Verbergen noch bedeutende Gipfelz. B. der Baldo in O. des Garda Sees — 6800 F. Von der Etschan läuft die Gränze wieder nordöstlich bis zum Hochgebirge selbst,welches noch bedeutende Bcrgspitzen enthält. Äußer den Alpen sindnoch die Eugancischcn Berge, eine fruchtbare Hügelkette zwischenEtsch und Brenta mit dem Venda — 1700 F. Vom Fuße der Ge-birge an ist der Boden völlige Ebene, die in der Nähe des Meeresin weites Marsch- und Sumpfland übergeht und Lagunen bildet. Derwestliche Theil des Landes bis zum Garda See ist Gebiet des Po,der den Ticino (Abfluß des 8 M. langen Langen Sees, LagoMag giere (madschvrc) (700 F.s, Olona, Lambro, Adda (Ab-fluß des S M. langen Eomcr Secs (550 F.), in welchen auch dieMaira fließt), Oglio (Abfluß des 5 M. langen JscoSccs) mitdem Ehicse (Abfluß des kleinen Jdro Sees) und Mincio (Ab-fluß des 8 M. langen, bis 2 M. breiten Garda Sees (220 F.) auf-nimmt; mit dem Langen See steht der Luganer See (880 F.), derdie Gränze berührt, und der kleine See von Varcsc (800 F.) inVerbindung. An das Gebiet des Po schließt sich das der Etsch oderAdigo (adidsche) und der kleineren Küstenflüsse Brenta, Piave,Livenza, Tagliamento (taljam.). Die Ebene des Po hat wenigAbhang; deshalb ist der Lauf des Stromes langsam, und sein Betteerhöhet sich durch die von Gebirgen herabgeschwemmten Theile so, daßsein Wasserspiegel (wie der der Brenta) zum Theil, höher als die ihnumgebende Ebene liegt, die nur durch kostbare Dämme gesichert werdenkann; daher die große Verwüstung, wenn von Bcrggcwässern ange-schwellt, seine stets trübe Fluth ihre Schranken durchbricht. Gegenseine Mündung zu theilt er sich und bildet Sümpfe (Marcmmcn) mithöchst ungesunder Luft. Merkwürdig ist die Lombardei durch die Mengegroßer und kleiner Kanäle, welche die ganze Ebene durchkreuzen, fastalle Flüsse vom Ticino bis zur Livenza verbinden, theils zur Schiff-fahrt, theils zur Ableitung des Wassers, theils zur Bewässerung, be-sonders der Wiesen und Reisfelder, dienen und dem Lande die üppigeFruchtbarkeit geben, so daß man es oft mit einem Garten vergleicht;zu bemerken sind besonders der Naviglio (wiljo) grande zwischenMailand und dem Ticino, Naviglio Martisana vom Comer Seenach Mailand, la Eommunia zwischen Adda und Scrio, FossaMartinenga zwischen Scrio und Oglio und die fast zahllosen zumTheil nicht schiffbaren Kanäle Am unteren Gebiete des Po, der Etschund Brenta. Die von den Alpen kommenden Nebenflüsse des Po,welche durch Seen fließen, in denen sie Erde und Gestein absetzen,haben klares Wasser, während alle von den Apenninen strömendenGewässer trübe sind. Das Klima ist, wie in Piemont, der Bodenhöchst fruchtbar und vielleicht nirgend besser bebauet als hier, auch >dieProdukte sind dieselben. Der Wcinstock gedeihet bis 2500 F. Höbe,Getreide bis 4500 F-, Buchen bis 4800 F., Nadelhölzer bis 6500 F.Die Reisfelder bedecken alle niederen Uferstrccken, und Viehzuchtist höchst blühend, besonders am untern Po Hauptgewerbe. Nicht un-bedeutend ist der Seidenbau. Jagd- und anderes Wild giebt es