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Lombard. Bcnct. Königreich.
80 Stufe» sich erhebende Brücke, deren Bogen 70 F. weit ist, durch zweiReihen marmorner Gewölbe'/ die reichsten Kaufmannsladen, in 3 Wege ge-theilt, mit bleiernem Dache gedeckt, 187 F. lang und in der Mitte SO F.über dem Wasser. Wenig freie Plätze; der größte ist der Marcusplatz,680 F, lang, 850 F. breit, ganz mit Quadern belegt und mit 2 hohe» Säu-len geschmückt, mit der 220 F. laugen Marcuskirche, einem schon seit 976aufgeführten prachtvollen, aber geschmacklosen Gebäude, voll der herrlichstenKunstwerke mit Mosaikfußboden und Wänden; auf ihrem Hauptci»gangestehen die bekannten 4 antiken Pferde von Bronce, einst durch Nero ausGriechenland nach Rom, durch Konstantin nach Kvnstantinvpcl, und 1202durch die Venetiancr hierher gebracht, von 1797 bis 1814 in Paris. Ne-ben der Kirche der 330 F. hohe Mnrcusthurni, der nur 40 F. in QuadratFläche hat, der 84 F. hohe Thurm der Marcusuhr, drei colossale Masten,ehemals mit den Fahnen der drei Königreiche Kandia, Zpperu und Morca,zwei antike Griechische Granitsäulcn, deren eine den metallnen Löwendes heiligen Marcuö trägt. Den Marcusplatz zieren ferner daü alte 215 F.lange Schloß, ehemals Wohnung des Dogen, mit den ehemaligen berüch-tigte» Staatsgefängniffen (die neuen bilden ein schönes Gebäude am klei-nen MarcnSplatzc), dem 154 F. langen Saale des großen Raths, in welchemdie berühmte Marcusbibliothek (70,000 Bände, 5000 Handschriften) unddas Museum der Alterthümer aufbewahrt werden, dem Saal desto sccutinio,in welchem die Bildnisse von 114 Dogen sich befinden, und den zahlreichenMeisterwerken der Malerei; die neue procurazie, ehemalige Beamtcnwoh-»uugen, Gerichtssäle; diesem gegenüber die alte Procurazie, beide durchdas von Napoleon erbaucte Residenzschloß des vicekönigs (Residenz- undGubernial Pallast) verbunden, mit 128 prächtigen Arkaden, unter denenKaufmannsladen und Kaffeehäuser, der wahre Mittelpunkt des Vcnetiani-schen Lebens; die Münze (Zecca, daher Zccchincn) und Börse. Die vie-len Palläste verfallen zum Theil mit dem Reichthums des Adels und demimmer tiefer sinkenden Wohlstände der Stadt, die sonst 160,000 E- zählte,jetzt aber, da sie 1829 ein Freihafen geworden ist, sich wieder hebt. Be-merkenswert!) sind noch daü Arsenal, ein mit Mauern umgebener Stadt-theil, über eine Stunde im Umfange, mit 5 großen Waffcnsälen, 96 be-deckten Räumen zum Bau und zur Aufbewahrung der Schiffe, 4 großenBassins, >5 Kanoncngicßercien, der 900 F. langen Scilcrwcrkstatt, dem180 F. langen Mvdellsaal, in welchem das kunstreiche Denkmal des Fcld-marschalls Grafen von der Schulenburg steht; St. Georg, die prächtigsteKirche der Stadt, Palladiv's Meisterwerk, mit einer großen Bibliothek undherrlichen Gärten des Klosters gl. N. ; die Pcterskirche, bis 1807 die Ka-thedrale Venedigs; der Lorso, ein schöner öffentlicher Garten, der InselSt. Georg gegenüber; auf der Insel St. Lazarus das Armenische Klosterder Mechitaristen, mit Bibliothek, wichtiger Bnchdruckcrci und Mifflvnsau-stalt für Armenier; das alte Kaufhaus der Deutschen, jetzt Rathhaus, amgroßen Kanal (Canalaz,»); die Murazzi, ein wahres Riesenwerk, einDann«, der sich 11,0008- weit, längs dem Lido di Palcstrina bis Chiog-