Band 
Erster Theil.
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Neapel.

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Verfassung durch ein Österreichisches Heer 1821 wieder abgeschafft istund die alten Neichsständc längst vergessen sind, regiert der König un-umschränkt; jedoch besteht nach der Constitution von 1821 cinStaats-rath (Consulta) von 16 Neapolitanern und 8 Siziliancrn, die vomKönige gewählt und deren Gutachten wichtige Angelegenheiten vorge-legt werden. Sizilien hat einen eigenen Statthalter (jetzt derBruder des Königs, Graf von Syracus). Das Ministeriumist höchste Verwaltungsbehörde. Die Justizverfassung ist neu geordnet.Es giebt einen obersten Gerichtshof, 14 Eriminal- und 4 Eivilgerichts-hö'fe außer den 15 Tribunälen, den Kreis- und Friedensgerichten. Ein-theilung des ganzen Königreichs in das Gebiet diesseits derMeerenge (vomini ul äi gn-> 6el Inno) oder Neapel undjenseits der Meerenge (äi In stel lau») oder Sizilien. Je-nes— 1492 Q.M. ist in 4 Landschaften getheilt, die in 15, (jetztnur in II) Provinzen zerfallen, deren jede von einem Governa-tore verwaltet wird und aus Bezirken (Circondari) besteht,über welche Rezentes gesetzt sind.

I.. Terra di Lavoro, der W. Theil, der fruchtbarste und be-wohnteste des Reichs. Die Apenninen machen mit ihrem höchstenKamme ziemlich die Gränzen der Provinz in O. und bilden nach demMeere zu herrliche Thäler, die sich zum Theil in eben so fruchtbareEbenen verlieren. Hier sind auch drei der größten Flüsse des Landes,der Garigliano, Volturno und Scle. Der merkwürdigste Ge-genstand ist der Vesuv und dessen vulkanische Umgebung. Ganz ge-trennt von den Apenninen erhebt er sich in SO. von der Stadt Nea-pel unweit des Meeres bis zu einer Höhe von 3500 (3648) F. Ascheund Lava bedecken seinen Gipfel, der seit dem ersten bekannten undfurchtbarsten Ausbruche des Jahrs 79 über dreißig Mal auswarf: amstärksten in den Jahren 1769, 1779, 1794. Man berechnete die aus-geworfene Lavamaffe des Jahrs 1769 zu 916 Millionen Eubiktoisen<zu 216 Cubikfuß); der Strom selbst war j M. breit und IjM.lang, an dessen Ende sich die Lava 7V F. aufthürmte. Über 15 M.weit ward schon die Asche fortgetrieben, die einst einen Hügel von185 F. bildete, und 10 M. davon konnte man 1779 in der Nacht beidem Scheine der 6000 F. hohen Feuersäule lesen. Am Fuße und un-tern Abhänge des Berges sind die fruchtbarsten Weinberge, die auchden berühmten Wein, I-xn^-mne Olivisti, liefern und in einer be-trächtlichen Höhe ein Kloster. NW. davon liegt die berüchtigte Sol-fatara, ein alter Krater, eine von schön bewaldeten Hügeln einge-schlossene weiße, warme todte Fläche, aus der Schwefel aufquillt (vondem man täglich 3 bis 4 Zentner sammelt) und Schwefeldunst auf-steigt, 1000 F. lang und 600 F. breit. In Bretkerhüttcn benutzt manden warmen Dunst zu Schwitzbädern. In der Nähe nach Neapel zuist das liebliche Thal Astruni mit einem königlichen Jagdschlösse;nicht weit davon der See von Agnano (anjano), oft aufbrausend, indessen Nähe die 10 F. lange, 9 F. hohe Hundsgrottc, in der koh-lensaure Stickluft sich wie ein Gewölk gewöhnlich 6 bis 8 Zoll hochvom Boden erhebt, und die Schwitzbäder von Sän Germane,

Bolger's Handb. lr TH. 3te Aufl.

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