Algarbien- Azorische Inseln. 301
II. Königreich Algarbien.
6) Provinz Algarbien; ----- 130Q.M. 130,000 E. Zn N.durch das Gebirge von Monchiquc (montschike) und Ealdeirao,welche in Cap S. Vincent und S. Maria endigen, von Alentejo,in O. durch den Guadiana, der hier mündet, von Adalusien getrennt.Unter den Gebirgen sind die Berge von Foya etwa 4000 F. hoch.Merkwürdige Basaltblöcke beim Cap St.Vincent. Längs der Küsteist ein schmaler fruchtbarer Erdstrich, gut angebauet, der wärmste TheilPortugals, wo der Pisang, die Agave und Zwergpalme gedeihetund Jonquillen und Narzissen die Wiesen schmücken. HerrlicheSüdfrüchte und Weine. Wichtige Schifffahrt, Fischerei und Seesalz-gcwinnung. Die E. find treffliche Seeleute.
Lagos am Meere, 8000 E. Hafen, Handel. Schöne Wasserleitung. —Tavira am Meere mit 8600 C- Sitz des Genecalcapitains. Hafen. —Laro, 8000E. Hafen, Lcuchtthurm. Thuiissschfang und Handel mit Lan-deöfrüchten. — Monchique am Gebirge gl. N. Warme Bäder. Schweine-zucht; Orangen- und Kastanienwalder. — Sagres unweit des C. Vincent,kleiner Ort mit einer Rhcdc, von wo anS Heinrich der Seefahrer, der hier116» starb, seine Entdeckuiigörcilen leitete. — Loule (lvülch), 8000 E. —Villa real, erst 1771 angelegte Stadt an der Mündung des Guadiana,mit 2»o» E. Starke Fischerei.
III. Die Azorischcn Inseln.
Diese Inseln liegen zwischen 7H und 13^° W., 37 und 40° N.Sie wurden seit 1431 nach und nach von Portugiesen entdeckt und inBesitz genommen, sollen aber schon früher von Europäern besucht sein(fälschlich wird die Entdeckung einem Flandernschen Kaufmanne zuge-schrieben; aber gewiß ist es, daß durch einen Nürnberger Kaufmann,dem die Insel Fayal geschenkt wurde, 1466 Flandernsche Ansiedlerhingeführt find). Alle sind gebirgig, mit steilen Küsten und vulkani-schen Ursprungs, voll fruchtbarer Thäler, mit sehr milder Luft, nur imWinter heftigen Stürmen ausgesetzt. Die Produkte sind wie in Por-tugal, jedoch hat nur Terceira den Ölbaum, aber keine Ölbereitung,und Sumach und Mandeln finden sich nicht; dagegen hat man Zedern,Jams und Pisang. Weizen und Gerste wird viel gebauet, aber Weinist Hauptcrzeugniß. Die Viehzucht ist bedeutend, aber Pferde giebtcS nicht viel'/ auch außer Kaninchen kein Wild. Viele Fische,Schildkröten und Austern. Von Mineralien findet man nichtsvon Bedeutung. Erdbeben sind sehr häufig. Auf keiner Insel sindschädliche Insekten, Schlangen und Frösche. Alle 9 Inseln sind 52 Q.M.groß und haben über 200,000 E. Portugiesischen Stammes.
Die größte ist Sän Miguel -- 16 Q. M. mit 85,»»» E. und der Stadtpunta Oclgada, 13,000 E. Die Häuser sind aus Lava gebauet. Die Stadthat eine ziemlich unsichere Rhcde, treibt aber bedeutenden Seehandel. DerVulkan der Insel ist ausgebrannt, in der Nähe entstand aber 1811 durchvulkanische Auöbrüche eine neue Insel, welche nach einigen Jahren in einem