Band 
Erster Theil.
Seite
584
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LS4

Brittisches Reich.

der GlaSgow ische zwischen Elyde und Focth, 7 M. lang, mit 39Schleusen und 43 Bogen, die ihn über Thäler und Flüsse leiten, undder Kaledonische, der 10 M. lang ist und in drei Abtheilungendie Seen Eil, Lochy, Dich, Neß und Beauly und dadurch dasW. und O. Meer verbindet, so tief, daß selbst Fregatten ihn befahrenkönnen.

Das Klima ist in dem ebeneren südlicheren Theile noch so mildwie in England, sehr raub im Gebirge, deren Gipfel in N. fast stetsin Nebel gehüllt sind. Ackerbau ist nur in S. einträglich, in denHochlanden wird nur etwas Hafer gebauct, in S. dagegen vielFlachs, Taback und Hanf, auch Rhabarber. Die Vieh-zucht ist allcthalben sehr wichtig; die Pferde sind klein und imKlettern geübt, die Schafe zum Theil eine Arc Heidschnueken. Wildist in den Hochlanden noch zahlreich, auch viel Füchse und wildeKatzen, Dachse, Fischottern, selten einWolf, unzählige Was-sern vgel aus Inseln, Klippen und Küsten, so wie Reichthum anFischen, besonders ist die N. See hier die Station der Härings-fanger. Von Mineralien hat das Land nur wenig Kupfer, vielEisen, Blei, auch Silber, Steinkohlen, herrlichen Granit,besonders schöne Puddingsteine. Nicht unwichtig ist an den Kü-sten die Bereitung der Soda (Kclp) aus den Salzpflanzen. In S.Schottland sind wichtige Fabriken in Leinewand, Baumwolle, Sei-de, Glas, Seife, Leder und Eisen; im Hochlande treibt man nurViehzucht. Der innere Verkehr wird selbst im Hochlande durchgute Landstraßen erleichtert. In wissenschaftlicher Bildung steht Schott-land seinem Schwesterlande keineswegs nach, wohl aber ist die Volks-bildung im Hochlande noch mehr vernachlässigt. Die E. stammen vonden alten Galen, Kaledoniern, Celten und haben in den Hoch-landen die Ersische oder Gae Ursprache, so wie mancherlei Auszeich-nendes in Sitte und Kleidung noch beibehalten; in S. sind sie starkmit Engländern vermischt und dort herrscht auch die Englische Spra-che. Zu den Zeiten der Römer wurden die E. Picten und Sco-ten genannt und waren stete Feinde der Römer und Dritten, welcheletztere sich nach dem Abzüge der Römer durch die herbeigerufenen An-geln und Sachsen zu schützen suchten. Das Land stand hernachunter einem Könige, der aber durch die Häuptlinge (Thans) der 21Stämme (Elans) sehr beschränkt war. Beständige Kriege mit Eng-land, bis 1603 König Jakob I. auch den Englischen Thron bestiegund 1707 beide Staaten zu einem Parlamente vereinigt wurden. Ver-fassung und Gesetze sind mit einigen Abänderungen hier wie in Eng-land, aber so wie dort die bischöfliche Kirche, so herrscht hier die Pres-byter! an ische. Die pccsbyterianische Geistlichkeit bildet 15 Syno-den; einmal jährlich findet eine Generalversammlung in Edinbucg statt.Es giebt 6 Bischöfe der Hochkirche, aber ohne Diözesen. In den Hoch-landen und auf den W. Inseln sind zahlreiche Katholiken. Ein-thcilung in 33Shires.