Dänemark.
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baren Flüssen, werden Aa genannt. Das Klima Dänemarks ist feuch-ter, die Luft stürmischer, aber mit geringer Wintcrkälte als in Nord-deutschland. Wichtig sind die Producte des Thierreichs, nicht sosehr die des Pflanzenreichs, viel weniger bedeuten die einheimi-schen Mineralien. Ausgezeichnet ist die Viehzucht, blühend derAckerbau, wichtig der Fischfang. Vorzüglich sind hier Pferde,Rinder und Schweine, nicht so sehr Schafe; Wild ist nicht inMenge, aber viel wildes Geflügel, im Großen Belt, aufBvrnholmund Sylt schon die Eidergans; eine große Hundeart wird sehrgeschätzt; auf den Küsten, besonders auf Anhalt, werden Seehun-de gefangen; das größte Raubthier ist der Fuchs; Fische sind inÜberfluß; auch Austern und Hummer liefert das Meer; die Bie-nenzucht ist bedeutend. Getreide und Rübsaamen ist zur Aus-fuhr, auch Buchweizen, Flachs, Taback, Hopfen werden vielgebaut, weniger Obst. Holz ist in einigen großen Waldungen, imGanzen nicht hinreichend, aber durch den Überfluß an Torf ersetzt.Getrocknetes Seegras ist seit einigen Jahren Handelsartikel. Me-talle finden sich gar nicht, wohl aber Kalk, Thon, Steinkohlen,Secsalz, Vitriol, Bernstein u. a.; aber außer Kalk und Torfist kein Mineral von Bedeutung.
Die E. sind durchgchends Germanischen Stammes, Deutscheund Friesen — 330,000, übrigens Dänen, deren Sprache dem Platt-deutschen am nächsten kommt und von der Schwedischen Sprache we-nig verschieden ist; auch Deutsch wird in S. Jütland (Schleswig),und unter den Gebildeten sehr viel gesprochen. Alle E. sind, mit Aus-nahme von 2000 Refocmicten und Katholiken und etwa 4000Juden, Lutheraner, welche unter 7 Bischöfen und einem General-superintendenten stehen. In der Bildung steht Dänemark mit Deutsch-land auf gleicher Stufe. Durch eine Universität, viele Gymnasien undandere gelehrte Anstalten ist für Wissenschaften, so wie durch gute Land-und Bürgerschulen (in welchen besonders die Lancastersche Methodeangewendet wird) für den Volksuntcrricht vorzüglich gesorgt. DasFabrikwesen ist, wie in Schweden, auf keiner besondern Stufe, nurdie Hauptstadt und einige andere Städte haben Fabriken, welche aus-gezeichnete Spitzen und lederne Handschuhe, außerdem mancheandere Artikel, Leinen, Segeltuch, Rüböl, Fayence, Zucker, Woll- u. a.Waaren, aber keine von besonderer Wichtigkeit liefern; sehr bedeutendist aber der Scchandcl, der durch die Lage des Landes und durch mehreColonien in anderen Erdtheilen befördert wird. — Dänemark, im X.Jahrhundert eine Zeit lang dem Deutschen Könige Otto I. unterwor-fen, eroberte unter Kanut dem Großen sogar England und Schott-land (1016) und Norwegen (1030); jedoch nach kurzer Zeit gingendiese Länder wieder verloren, bis die Königin Margarethe 1397durch die Kalmarischc Union Dänemark, Schweden und Norwe-gen vereinigte. Da 1418 die alte Dynastie der Skioldunger ganzausgestorben war, so wählten die Rcichsstände den Grafen Chri-stian von Oldenburg (s 1481) zum Könige, unter dessen Nachfol-ger, Christian!!., (1523) der größte Theil Schwedens verloren ging.