Ostpreußen. Westpreußen. 639
nischen Gränze, 2400 E. — st-Lätzen am Kanale zwischen dem Mauer-und Löwentiner See, 1900 E. Fischerei. — ch Lyck (469 F.), 3399 E. Schloß.Gymnasium, Polnisches Schullehrcrseminar. Handel nach Polen, Tuchwe-berei, Papiermühlen. — ch Sensburg, 1999 E. Fischerei. — ttikvlaikenam Rhcinsee, 2199 E. — ch Johannioburg (499 F.), 2199 E., an der da-von benannten großen Heide. Aal- und Welsfang, Getreidchandel. — Liala,1199 E- Flachsbau. Im Dorfe Andreaswalde eine Gemeinde Unitarier.
— In der Heide das Hüttenwerk wondolleck. wo Rasencisen (4999 Ztr.)verarbeitet wird. — -s Angerburg am Mauersee, 4909 E. Wollweberei,Holzhandel.
2) Provinz wcstpreußen
— 466 Q. M. 800,000 E-, darunter 355,000 Katholiken, 13,300Mennoniten, 15,500 Juden. Der Boden ist großtentheils sandigerund morastiger Act, aber an der Weichsel sind fruchtbare Marschge-gcnden. Die Weichsel, welche diese Provinz durchströmt, sendet zuersteinen Hauptarm, die Nogat, fast 8 M. lang, und noch einen Ne-benarm, die alte Weichsel, zum Frischen Haff. Sie hat eine ver-sandete Mündung, so daß zum Einlaufen drr Schiffe ein eigener Ka-nal gegraben ist. Landsccn find hier der Drausensee u. a., abernicht so viel als in Ostpreußen, dagegen aber auch sehr fruchtbareMarschgcgenden an der Weichsel, z. B. der große Werden, undgroße Waldungen. Die Drcwenz, Brahc, Ferse und Ra-banne fließen zur Weichsel, die Küddow zur Netze, die Rhedains Pauzker Wiek.
s) Regierungsbezirk Danzig — 151 Q. M. 333,990 E. — ch Danzigan der Weichsel, Rabanne und Mottlau, 1M. von der Ostsee, 61,990 E.,unter denen gegen 14,990 Katholiken. Alt und unregelmäßig gebauet,ohne große Plätze und mit wenig ausgezeichneten Gebäuden. Starke Fe-stung. Die Marienkirche, ein durch Größe, Bauart und Kunstwerke(Schnitz- und Metallarbeit, eine astronomische Uhr, Bibliothek, Gemälde)ausgezeichnetes Gebäude, das große RathhauS, Regierungsgebälide, dasGvuvernementshaus, das alte Zeughaus, die bombenfeste Casernc, Schau-spielhaus, der Arthus- oder Iuiikeriihof aus der Hansezcit stammend, jetztals Börse gebraucht. Gymnasium, Kunst- und Handwerksschule, Naviga-tionsschule; naturforschcnde Gesellschaft, Stadtbibliothck (29,099 Bände),Münzkabinet, Gemäldesammlung, Sternwarte. Zahlreiche milde Anstal-ten, Missionsverein, Friedensgeseilschaft zur Unterstützung Stndireiider.Wichtiger Seehandel, besonders mit Getreide, Holz, Pottasche und Leinen,Tuch-, Liqueur-, Gewehr- und Zuckerfabriken. Schiffbau. Danzig gehörteschon im XI. Jahrhundert zu Polen, stand von 1319 bis 1454 unter der Herr-schaft des Deutschen Ordens, und erhielt dann von, Könige von Polensolche Freiheiten, daß es fast Unabhängigkeit besaß, aber Sitz und Stimmeauf dem Polnischen Reichstage behielt; 1793 ward die Stadt von Preußenin Besitz genommen, nachdem schon 1772 die ganze Umgegend, selbst dieVorstädte und der Hafen zum Preußischen Gebiete geschlagen waren. DerTilstter Friede» (1897) machte sie zu einem Freistaat- unter einem Franzö-