Band 
Zweiter Theil.
Seite
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Mexico. Einleitung.

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Ackerbau und Handwerken auszeichnen. Groß ist aber die Sterblich,keit der sehr streng gehaltenen Indianer dieser Missionen; daher suchtman durch List und Gewalt stets neue Wilde diesen Gemeinden zuzu-führen. Die übrigen Indianer sind Nachkommen der alten Mexi-caner, eines Volkes, welches schon vor 300 Jahren mit den jetzigengebildeteren Asiatischen Völkern auf ziemlich gleicher Stufe der Cul-tur stand. Sie sind jetzt Christen, treiben Handwerke, Ackerbau undalle Europäischen Gewerbe, sind aber höchst unwissend, voll Sklaven-sinn und bilden mit den Mischlingen größtentheils die niederen Ständeder E., obgleich eS unter ihnen auch einen Adel und oft sehr reicheFamilien giebt. Der Europäer hat die Bildung seines Vaterlandesmit sich hierher gebracht und für Wissenschaften und Künste geschiehthier nicht weniger, als dort; ja von der hier eingetretenen neuen po-litischen Gestaltung der Dinge läßt sich jetzt noch mehr erwarten. Diekatholische Religion, welche sonst die einzige geduldete war, istzwar noch jetzt die herrschende (eS giebt einen Erzbischof und 9 Bi-schöfe) ; jedoch haben auch die Protestanten freie Ausübung ihresGottesdienstes. Unter den hier statt findenden Beschäftigungen allergebildeten Völker nimmt der Bergbau eine wichtige Stelle ein; Fa-briken und Handel, die unter der alten Verfassung zu sehr beschränktwurden, haben jetzt völlige Freiheit und leben auf; jedoch mußdas Land noch größtentheils mit Europäischen Fabrikwaaren versehenwerden.

Die Verfassung hat sich in neueren Zeiten gänzlich umgestaltet.Mexico, der uralte Staat eines einheimischen, schon vor vielen Jahr-hunderten nicht gering ausgebildeten Volks, der Azteken und Tnl-teken, wurde in den Jahren 1519 bis 1521 von Ferdinand Sor-te; (tcs) für die Krone von Spanien erobert und seitdem durch einenWiceköiiig regiert. Die eingewanderten Spanier bildeten eine für dieEingebornen höchst drückende Aristokratie. Handel, Gewerbe, Acker-und Bergbau wurden durch die Monopole uA Beschränkungen derRegierung sehr niedergehalten; Farbe und Abstammung entschied überdie Rechte der E. Da brachen bei dem zerrütteten Zustande Spaniens1809 Unruhen aus. Es bildete sich eine eigene Regierung, anfangsim Namen Ferdinands VII.; allein durch die Maaßregeln der Juntain Cadix veranlaßt, ging die Unzufriedenheit in völlige Empörungüber. Hidalgo, Torreö, MoraleS u. a- wurden die Häupter der-selben, ein blutiger Bürgerkrieg verwüstete das Land, jene starben alsRebellen auf dem Blutgerüste; aber der Congreß von Chilpan-zingo (tschil) erklärte 6. November 1813 die Unabhängigkeit MexicoSund die Versammlung der Mexikanischen Abgeordneten machte aus denGebirgen von Apatzingan am 23. Octbr. 1814 die erste Constitutioubekannt. Der verbannte Mina trat 1817 an die Spitze der Insur-genten, ward aber auch gefangen und erschossen. Die Royalisten schie-nen die Oberhand zu behalten, das Land aber war von Parteien zer-rissen. Da erschien August in de Jturbide als Obergeneral undPräsident einer neuen Junta, schloß mit dem Spaniscben WicekönigeO'Donoju 24. August 1821 einen Vertrag über die Verfassung des