Band 
Zweiter Theil.
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Die Karolinen oder Philippinen.

von den Spaniern in Besitz genommen. Die E-, deren Zahl ehemalssich auf l5»,ooo belaufen hat, jetzt aber nur etwas über 5000 betragensoll, sind durch die Spanier etwas cultivirt und Christen, aber in Sittennoch ziemlich den wilden E. Australiens ähnlich. Die kleineren Inselnsind ganz entvölkert und nur auf den drei größten finden sich noch Men-schen. Der Boden ist mcistenthcils vulkanisch und es giebt noch verschie-dene thätige Feuerbcrgc; dabei herrscht große Fruchtbarkeit, gesunde Luftund auf den bewohnten Inseln wenigstens Reichthum an AustralischenPrvducten, zu denen noch Europäische Hausthiere, Baumwolle, Reis,Indigo, Mais, Zucker u. a. aus Amerika hergebrachte Pflanzen gekom-men sind; selbst das Llama soll hier sein. Die größte Insel Guaham,Suam, die südlichste von allen, hat 20M. Umfang und cincStadt, SänIgnacio de Agana (aganja), mit 3000E.— Rora hat 7 M. Umfang,Sampan 12, Tinian 5M. Letztere hat in Resten alter Gebäude Spurenfrüherer Cultur. Die nördlichste heißt Uraccas.

Einzelne kleine, wahrscheinlich unbewohnte und wohl mcistenthcilsvulkanische Eilande liegen in derselben Richtung nördlicher bis über 30°N., z. B. Suadelupe, Malabrigo, Grampus und andere, von denenmanche bloße Klippen sein mögen. Man nennt sie zusammen auch wohlMagclhaens Archipel.

Westlicher findet man die Schwefel-, Munin- oder Donin Inseln.Vielleicht gehört dazu die Loffins Gruppe, 1824 entdeckt, 26° N. 158"O-, deren größte (es sind ihrer sechs)Fischerinsel heißt, merkwürdig durchden gänzlichen Mangel an vierfüßigcn Thieren, Jnscctcn und Würmen.Die Bvnin Inseln sind vielleicht mit den Inseln del Arzobispo einerlei,welche Bcechey 1827 für England in Besitz nahm und deren größte erpeels (pihls) Insel und einen Hafen auf derselben Port 4loyd nannte.

Ganz in N., etwa 60 M- von der Japanischen Insel Nipvn die Zwei-felhaften Inseln.

2) Die Larolincn oder Ncuphilippinen. Sie bilden eine in S. dervorigen von O. nach W. sich ausdehnende Gruppe, zwischen 155 und 179°O-, 7 bis 11° N. und enthalten eine grvßeZahl kleiner Inseln, die durchdie Rarolinen Straße von den Marianen getrennt sind. Sie gehörenzu den unbekanntesten Theilen Australiens, wurden am Ende des XVH.Jahrh, entdeckt, aber hernach wenig von Europäern besucht. Der Bodenscheint ziemlich eben zu sein und die Productc sind wahrscheinlich von de-nen des übrigen Australiens nicht verschieden. Die E. sind Wilde, braunvon Farbe, die sich von Brotfrucht, Kokosnüssen und Fischen nähren undan Kunstfertigkeit in Bereitung von Kähnen, Waffen und anderem Gerä-thc den übrigen Südseeinsulancrn nicht nachstehen, als Seefahrer aber be-sonders ausgezeichnet sind. Die despotisch aristokratische Regierung vonHäuptlingen findet sich auch hier, wie auf andercnInscln dieses Erdthcils.Die beiden größten Inseln unter mehren Gruppen, welche besondere Na-men führen, sind Sap in W. und Hogolcn in O.