Band 
Zweiter Theil.
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Australien. Malaienläuder.

ten einst einen eisernen Ambos fast eine Viertelstunde weit am Bodendes Meeres fort. Tage lang sieht man sie in träger Ruhe aus demMeere ausgestreckt liegen. Sie zeichneten sich von jeher durch stuftenCharakter aus und treten gern in Verkehr mit Europäern, dahe: undbesonders durch das Beispiel ihres Königs Tameamea (-j- 1818), derdurch Sinn für Cultur über alle seine Unterthanen hervorragte, rufge-muntert, haben sie Europäische Sitten und Christenthum schnelle:, alsirgend ein anderes Volk angenommen und Riesenschritte darin g.'than.Kirchen und Schulen sind fast auf allen Inseln und Schrcibkunt ver-breitet sich immer allgemeiner, denn zahlreiche Englische und Noidame-rikanische MissionairS arbeiten hier mit großem Erfolge, und der alteGötzendienst ist seit 1819 ganz abgeschafft; 1828 zählte man schon12,000 erwachsene Christen, und 26.000 Schüler wurden von 440 Ein-gebornen unterrichtet. Leider sollen die MissionairS statt des nährenChristenthums traurige Frömmelei verbreiten und mit deSpctischerStrenge über die E. herrschen. So ausgezeichnet die E. sehen alsWilde durch Kunstfertigkeit, so thätig sie in Viehzucht und Landbauwaren, eben so geschickt zeigen sie sich jetzt in Europäischen Handwer-ken; sie bauen sogar schon große Seeschiffe und machen nicht allein alsMatrosen Seereisen auf Europäischen Schiffen, sondern ihre eigenenSchiffe besuchen schon Amerika und China. Nordamerikaner und Eng-länder treiben hier einen förmlich Europäischen Handel (Salz undSandelholz sind die Hanptausfuhrartikel), und viele derselben habensich hier niedergelassen, stehen zum Theil im Dienste des Königs. DieE. zerfallen in vier Klassen (Kasten); zu der ersten gehört die könig-liche Familie und der oberste Minister; zu der zweiten die Statthal-ter der Inseln und großen Bezirke, Abkömmlinge ehemals regierenderFamilien (gewissermaaßen Mediatisirte, denn die Würde allerHäuptlinge ist erblich); zu der dritten die Häuptlinge kleine: Be-zirke oder einzelner Dorfschaften, welche Grundsteuer entrichten (gleich-sam die Ritterschaft); zur vierten die Ackerbauer und übrige arbei-tende Bevölkerung. Es herrscht offenbar eine Art LehnSsystem; derKönig ist Herr des Bodens und hat ihn unter seine Häuptlinge ver-theilt, die ihm dafür Kriegsdienste leisten und Abgaben geben. JedeInsel hat einen Statthalter und ist in Distrikte vertheilt, die bis 10und 12 M. Umfang haben und wieder in kleinere Bezirke zerfallen;über alle diese Ober- und Untcrabtheilungen sind Hauptleute gesetzt.Außer den Abgaben an den König erhält auch der Statthalter oder derHäuptling jedes Distrikts seinen Tribut. Tameamea, der seit 1817Beherrscher aller Sandwich Inseln war, stellte sein Reich unter Eng-lischen Schutz; sein Nachfolger Rio Rio (Tameamea II.) unter-nahm sogar mit seiner Gattin eine Reise nach London, wo beide 1824starben. Ein anderer Häuptling (auch hier herrschte sonst ein despo-tischer Adel, die Erihs), der verständige, hochbejahrte Karemaku (erist vor einigen Jahren gestorben) und eine Gattin Tameamea's I.,Kahn manna, die ganz von dem Engl. Missivnair Bingham abhän-gig ist, führen jetzt die Regierung Namens des noch minderjährigenKönigS Kaukiali, Tameamea Hl., geboren 1814. Eine crdent-