Band 
Zweiter Theil.
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Australien. Malaien Inseln.

fälle in sich schließt. Viele Gegenden bieten durch ihre schön bewaldetenin nackte Felsen auskaufenden Berge und durch die schönen Thäler, diemit dem üppigsten Grün geschmückt sind, höchst malerische und prachtvolleAnsichten dar. Thätige Vulkane scheint es hier nicht zu geben, wenngleich man vulkanische Produkte findet. Die nördliche Insel, Jkanamarngenannt, ist reich an Buchten und Vorgebirgen, die südliche dagegen,Tawcpunammu genannt, hat fast allcthalben gleichförmige steile Felsen,User, ist nicht sv gut bewaldet als jene, hat ein kahles, abschreckendes An-setzn und scheint im Innern ein ungeheures Chaos von Gebirgen, derWohnsitz des ewigen Winters zu sein; besonders ist die W- Küste der süd-lichen Insel felsig und öde, weil sie den häufigen nördlichen Stürmen aus-gesetzt ist, die alle Seefahrer dieser Gegend kennen lernten. Die Ostküsteder nördlichen Insel ist der schönste und mildeste Theil des Ganzen. Mehreansehnliche zum Theil schiffbare Flüsse durchschneiden beide Inseln, undBäche sind in großer Zahl vorhanden. DaS Klima ist in N. noch somilde, daß die Bäume auch im Winter das Laub nicht verlieren, aber inS. herrscht schon rauhere Luft. Nur einzelne Küstendistrikte sind bekannt,da man seit 1814 in Norden Missionen angelegt und Verkehr mit den E.angefangen hat; das Innere und fast die ganze S. Insel ist noch kaumvon Europäern betreten. Die Erzeugnisse beider Inseln sind noch weniguntersucht; das Fortkommen des Drvtbaums, der Palmen und überhauptder eigentlichen Tropenpflanzen erlaubt das Klima hier nicht mehr; aberwir kennen schon einige sehr bemcrkenswerthe Gegenstände. Dahin gehö-ren die herrlichen Waldungen, in denen dicDergfichre und andere durchGröße und schlanken Wuchs ausgezeichnete, über 10 »F. hohe und mehrals 6§. dicke Bäume, die zu Mastbäumen und Schiffbauholz in ganzenLadungen nach der Englischen Cvlonie in Neuholland geholt werden; einegroße Art Farrenkraur, deren Wurzel Hauptnahrung der E. ist, eine be-sondere Art Flachs, die durch ihre sanften, feinen und dauerhaften Fasernden Europäischen weit übertrifft, die Aronwurzel, süße Kartoffeln,Rürbisse, pseilwurzel (Arrow root), Sandelholz und mancherlei neue,aber nicht wichtige Pflanzen. Europäisches <!)bst, namentlich pfirsche»,Gemüse und Serrelde gedeihen sehr gut, selbst die Eingebornen bauenjetzt schon Mals, aufgemuntert durch einen ihrer Häuptlinge Duaterva,der durch Liebe zu Europäischer Bildung über seine Stammgenosscn weithervorragt. Außer Hunden, die aber nicht bellen, Fledermäusen undDvarren hat man noch kein Saugethicr gefunden; jetzt bat man Europäi-sche Hausthiere hergebracht und besonders haben sich die Schweine, dievöllig verwildert sind, sehr verbreitet; vor Pferden und Rindern fürchte-ten sich die E. so sehr, daß sie anfangs die ihnen geschenkten Thiere die-ser Art tödtcten. Vögcl sind in zahlreicher Menge, unter andern der Emu(Rasuar), so wie verschiedene Robbenarten. Metalle hat man bis ausSpuren von Eisen noch nicht entdeckt, unter den Steinen ist besondersder Jade, eine Art Nierenstein (Nephrit), aus welchem die E. Streit-äxte