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Marquefas Inseln.
der Meuterer ging darauf mit 8 Gefährte» und 2ü Otaheitern, Männernund Frauen, wieder in See und kam nach dieser Insel, wo er eine Ca-lvine gründete. Nach einigen Jahren ermordeten die Otaheiter alle Eng-länder bis auf Einen, verloren aber durch die Rachsucht der übrig geblie-benen Weiber ebenfalls ihr Leben. Nach fast 20 Jahren fand ein Ameri-kanischer Capitain diese Colonie wieder. Sie bestand im Jahre 1825 aus65 Köpfen, die von dem einzig übrig gebliebenen Engl-ndcr, JohnAdams, der vor einigen Jahren gestorben ist, mit patriarchalischerWürderegiert wurden und ein höchst sittliches und zufriedenes Leben führten,aber doch aus Furcht vor einer möglichen Hungersnoth die Insel zu ver-lassen wünschten. Die Insel ist fruchtbar an Jams, Bataten, Kokospal-men u. a., hat auch Schweine und Ziegen, welche letztere von dem Eng-lischen Schisse hcrstammcn.
8) Die Marquefas (kcsas) oder Mendana <danja) Insel», eine derbekanntesten Gruppen der Südsee, schon 1595 von Spaniern entdeckt undauch in neueren Zeiten von verschiedenen Seefahrern besucht, aber erstdurch v.Lrufe»steril, der hier 1801 landete, genauer beschrieben. Sieliegen zwischen 7^ und 10Z°S., 237 und 239° O. und zerfallen in zweiGruppen, deren nördliche 8 ivachingrons oder Neu Marquefas, die süd-lichen 5 eigcnrliche Marquefas Inseln genannt werden. Die Inselnsind gebirgig, meistentheils mit schroffen Felsenküsten, haben höchst frucht-bare Thäler und sehr milde Luft*). Selten fällt das Thermometer unterf 18° R. Eine der größten Plagen ist der bisweilen 9 bis 10 Monatelang ausbleibende Regen, der dann die schrecklichste Hungcrsnoth erzeugt,bei welcher selbst Menschen geschlachtet werden. Die Produkte haben nichtsAusgezeichnetes. Schweine und Ratten, welche letztere von jenen gefressenwerden, scheinen hier die einzigen Säugcthiere zu sein. DieE. sind durchkörperliche Schönheit von allen Südseebewvhncrn ausgezeichnet, zum Theildurch Ebcnmaaß der Glieder wahre Muster, von fast Europäischer Haut-farbe, welche die Weiber sorgfältig gegen die Sonnenstrahlen zu schützensuchen. Die Kunst des Tättowirens ist hier aufs Höchste getrieben unddie Vornehmsten sind zum Theil an jedem Theile des Körpers voll regel-mäßiger Figuren. In geistiger Hinsicht steht diese so schöne Menschcnartsehr tief. Die E. verschiedener Thäler leben im fast beständigen Kampfe,essen die erschlagenen Feinde, schlachten aber auf Antrieb der Priester auchAndere und greifen oft bloß zu diesem Zwecke andere Thäler an. Derje-nige, welcher einen Feind getödtet hat, genießt sogleich das Blut und Ge-hirn des Erschlagenen. Bei Hungersnot!) werden Weib und Kind ge-schlachtet; eine Frau bot selbst zur Zeit des Überflusses ihr saugendesKind den Russen zum Verkauf an. Es giebt Häuptlinge, welche aber we-
') Das hier Gesagte bezieht sich freilich zunächst auf die Hauptinsel der er-ste» Gruppe, gilt aber wahrscheinlich von allen übrigen.