Zweites Buch.
Erstes Capitel.
Untersuchung der webbaren Fasern, — Baumwolle,Wolle, Flachs und Seide.
Der Mensch ist passend ein Geschöpf desinirr worden,welches Werkzeuge braucht. Diese Fähigkeit wurde zuerst imAckerbaue geübt, denn wir lesen, daß Adam unmittelbar nachseiner Vertreibung aus dem Paradiese an die beschwerliche Ar-beit ging, den Acker zu bauen. Er war damals in Thiersellegekleidet. Weder in den heiligen noch in den profanen Schriftenbefindet sich eine bestimmte Angabe darüber, wann Werkzeugezur Verfertigung von Kleidungsstücken zuerst angewandt wordensind, wahrscheinlich aber ist es, daß schon der erste Schäfer dieWvllenfasern zusammendrehte und wob, denn unmittelbar nachder Sündfluth ist von Kleidung als etwas ganz Gewöhnlichemdie Rede. Diese werthvolle Kunst verbreitete sich mit der Ver-breitung der Menschen und wurde in Aegypten und Medien baldzu hoher Vollkommenheit gebracht, scheint aber bei manchenwandernden Stämmen auf ihren Zügen nach dem Norden undWesten verloren gegangen zu seyn.
Die ersten Einwohner von Griechenland waren in Felle ge-kleidet. Ihre Nachkommen hatten eine dunkle Sage, daß ihrenVorfahren die Kunst des Spinnens von einer göttlichen Lehreringezeigt worden sei, und machten mit ihrer gewöhnlichen Phantasienachher eine mythologische Legende daraus. In jenen frühenZeiten stellte sich der Mensch gern in Verbindung mit dem Him-mel. Eeres lehrte die Griechen, Getraide zu bauen, Bacchus,