Baumwolle, Wolle, Flachs und Seide. 75
thätcrn unserer Vorfahren, welche den Abzug derselben bei demVerfalle des Reichs sehr beklagten.
Die webearen Fasern, Baumwolle, Wolle, Seide, Flachsund Hanf unterscheiden sich in ihrem Baue bedeutend von ein-ander; die ersten drei bestehen aus bestimmten und ohne Zerse-tzung untheilbaren Fäserchen; die letzten zwei dagegen aus Fibren-bündelchen in paralleler Lage, die in noch feinere Fäserchen ge-trennt werden können. Diese Bündelchen sind durch parenchy-matöse Ringe zusammengebunden, von denen man sie durch dasHecheln, Spinnen und Bleichen befreit. Schwache Kalilaugenlösen diese Ringe auf, ohne auf die Leinfasern zu wirken.
Die weichen Härchen oder Fäserchen der Baumwolle sind beimWachsen cylindrische Röhren, werden aber beim Reifen und Dürren derWolle mehr oder weniger flach und platt. Ihr Durchmesser im letztemZustande variirt von bis ^00 eines Zolles, je nach der Qua-lität, wie ich in der Abhandlung über die Baumwollenmanufa-clur ausführlich beschreiben werde.
Im October 1833 reiste ich besonders in der Absicht nachParis, die botanischen Verhältnisse der verschiedenen Baumwol-len des Handels zu erforschen und zu erfahren, welche Fort-schritte man in der Anwendung des Mikroskops in der organi-schen Chemie gemacht habe. Ich war so glücklich, damals einachromatisches Mikroskop von außerordentlicher Stärke undSchärfe zu finden, das Georg Oberhäuser, ein Deutscher injener Stadt ansässiger Opticus, gemacht hatte und benutzte essogleich zur Untersuchung der Baumwollen- und Flachssasern.Im nächsten December oder Januar theilte ich die Resultatemeiner Beobachtungen mehreren meiner wissenschaftlichen Freundeder königlichen Gesellschaft mit und als mich Herr Pettigrewersuchte, Mumienzeuge mit meinem Mikroskope zu untersuchen,so that ich es und theilte ihm den nachstehenden Bericht mit,welcher im März 1834 in einer Note zur Seite 91 seiner in-
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