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Das Fabrikwesen in wissenschaftlicher, moralischer und commercieller Hinsicht / von D. A. Ure ; aus dem Englischen von A. Diezmann
Entstehung
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95
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Zweites Capitel.

Einrichtung einer Baumwollenfabrik.

Die Kunst zu spinnen kann bis in das fernste Alterthumverfolgt werden, besonders die, mit dem Rocken zu spinnen, unddie Erfindung wird von vielen Nationen in Anspruch genommen.Die Aegypter schreiben sie der Isis, die Chinesen ihrem KaiserVao, die Lydier der Arachne, die Griechen der Minerva, diePeruaner der Mamacella, der Gattin Manco Capac's, ihresersten Königs, zu. Die griechischen und römischen Schriftstellerschreiben ihren respcctiven Nationen die Erfindung der Spin-del wie die Kunst zu weben zu. Viele Schriftsteller ver-schiedener Länder weisen die Ehre des Spinnens dem schönenGeschlechte zu und die Alten besonders sahen diese Beschäftigungals eines Mannes unwürdig an. Unter dem Einflüsse der Liebeerniedrigte sich Herkules, zu den Füßen der Ompbale zu spinnen.In neuerer Zeit hat die Meinung in Hinsicht auf diese Art derIndustrie eine völlige Umwandlung erlitten. Ein Mann giltnicht mehr für verächtlich, wenn er spinnt, aber welch ganzanderes Resultat erhält er auch als wahrscheinlich Herkules er-hielt! Der griechische Halbgott spann bei allem seinem Talentenur einen einzigen Faden aus einmal, während ein Spinner inManchester fast 2000 spinnt. Die Kunst besteht darin, einenbiegsamen Cylinder von größerem oder geringerem Durchmesser undvon unbestimmter Länge aus feinen Fäserchen vegetabilischen oderanimalischen Ursprunges zu bilden, die so gleichförmig als mög-lich neben und hinter einander geordnet sind, so daß sie, zu-sammengedreht, einen gleichmäßigen ununterbrochenen Faden aus-machen. Hiernach kann mit sehr kurzen Fasern, wie denen derWolle, Baumwolle und des Caschemirhaars ein Faden von der größtenLänge durch Drehung gebildet werden, der fast die ganze Summe