einer Wollenmanufactur. 179
kann in Wirksamkeit auf die Fläche des Tuchs gesetzt werden,wenn man entweder die Schneidemaschinerie nach der Länge desStücks über dieselbe hinführt, oder das Tuch nach und nachunter der feststehenden Schneidemaschinerie hingehen läßt; jede die-ser Bewegungen ist leicht nach vorn und nach rückwärts zu be-wirken.
Das Tuch ist nun fertig für die Bürstmaschine, welche dieWollenhärchen des Tuchs glatt niederzulegen hat, worauses die Appretur oder den Glanz erhält. Dieser letztere Prozeßist in England schon lange durch vortreffliche Maschinen ausge-führt worden und deshalb zeichnete sich das englische Tuch nicht blosdurch seine Tüchtigkeit, sondern auch durch sein schönes Aussehenaus — Vortheile, welche man der Vollkommenheit unserer Spinn-maschinen, dem mäßigen Grade von Zwirnung des Kettengarns,dem weiten Raume zwischen den Zähnen des Rohrs in demWebstuhle und der allgemeinen Regelmäßigkeit des Webens zu-zuschreiben hat. Nimmt man das Tuch von dem Webstuhle, sotaucht man es in Wasser, spült es aus und hängt es nicht zumTrocknen auf, sondern bringt es in eine Bürstmaschine mitBürsten aus Schweineborsten und Draht. Durch die Anwendungvon Dampf, um das Tuch bei diesem Verfahren zu befeuchten,wird die Schlichte ganz entfernt und die Fasern legen sich glattund eben nieder. Auf diese Weise verdichtet sich das Tuch leich-ter in der Walkmühle und auch das Scheeren geht besser vonStatten. Nach dem Scheeren läßt man es noch einmal odernoch mehrmals durch die Bürstmaschine gehen und endlich wirdes trocken gebürstet.
Es sind Maschinen gebaut worden, welche in wenig Minu-ten ein Stück Tuch über zwei umdrehende Bürsten und durch eineMangelpresse führen. Bei dem Durchgang wird das Tuch dem Dam-pfe ausgesetzt, der in zahlreichen Strahlen aus einem flachenkupfernen Kasten mit kleinen Löchern herausströmt. Ist die Farbesehr gut, so kann das Tuch wiederholt durch die Maschine ge-