386 Das Fabrikwesen in commercieller Hinsicht.
frischem Eifer sein Lieblingsproject, die productiven Künste durchkönigliche Begünstigung zu heben — eine Politik, die von sei-nem Vaterlande seitdem mit außerordentlicher eitler Hartnäckig-keit fortgesetzt worden ist. Eolbert's eingestandener Zweck war,Frankreich eben so sehr zum Herrn der civilisirten Welt im Fa-brikruhme zu machen, als es im militairischen seyn sollte, unddasselbe des Austausches von Waaren mit andern Reichen zuüberheben. Bei dieser Gelegenheit überschüttete er mit Geldunter-stützungen, Ehrenbezeigungen und Freiheiten alle Abenteurer,welche seine Plane begünstigen wollten; so trieb er manche Zweigeder Industrie künstlich und frühreich empor, was man für ge-sunden Wuchs hielt, bis die Wechselfälle des Handels sie zumWelken und Absterben brachten. Sein Plan war der eitelste,denn er wollte nicht weniger, als die unlenksamen Ströme derIndustrie, die aus dem Bedürfnisse, Geschmacke und der Launevon Millionen Individuen fließen, in einige wenige künstliche,vom Staate gegrabene Canäle leiten und lenken. Er hielt sichfür fähig, das zu bestimmen, was das Interesse eines Jedenbesser thun konnte als er, und entwarf einen Gesetzcodex überdas Verfahren der Kunst in gewissen Lieblingsmanufacturen. Dieseanmaßliche Einmischung in die Privatindustrie war nicht neu.Sie war mehrere Jahre vorher durch die officielle Herausgabeeiner Anleitung zum Färben versucht worden, welche sich ebenso sehr durch die Kleinlichkeit und Absurdität ihrer Details aus-zeichnete. Eolbert hatte ein Vorurtheil gegen den Indigo undverbot daher den Färbern der blauen Zeuge, mehr als eine ge-wisse Menge dieses Stoffes zu nehmen. Er befahl, daß dieSchwarzfärbcr ihr Verfahren mit den großen teint anfangen undmit dem kleinen enden sollten, erlaubte denen, welche sich mitder ersten Farbemethode beschäftigten, eine gewisse Zahl Ingre-dienzen und den andern eine geringere, gestattete aber beidendie Benutzung des Brasilienholzes und einiger andern Artikel nicht.
Wie wenig Glück die ausschließende Politik Eolbert's gebrach