Das Fabrikwesen in commercieller Hinsicht. 39l
Es ist von dem französischen Zollamts berechnet worden,daß ungefähr ein Zwölftel der Contrebande weggenommen wird;rechnet man dieser Angabe nach und nach demWerthe des Weggenom-menen, so ergeben sich für etwa 230,VOV Pfd.St. englische Waaren,die an der belgischen Grenze heimlich nach Frankreich gebrachtwerden. Es laßt sich annehmen, daß der Betrag der Contre-band-Waaren zehnmal größer ist als die obige Summe, vielleichtetwas mehr als 2 Mill. Pf. St.
Einige Data zur Schätzung der nach Frankreich eingeschmug-gelten englischen Waaren lassen sich auch aus dem Einschmuggelnfranzösischer Waaren nach England abnehmen. Es scheint, daßjährlich für 350,VO» Pf. St. französischer Seidenwaaren nachEngland gepascht werden, von denen die weggenommenen nichtmehr als 9,v»0 Pf. St. betragen, also ein Neununddreißigsteloder gegen 2^ Proc., welches die Gefahr, außer den Pack-,Frachtkosten ec. giebt. Die Gefahr in Frankreich beträgt wegendes dreifachen Cordons gewiß 5 Proc. mehr als in England, undläßt man den Baumwollentwist weg, der nur unter einer ge-wissen Feinheit verboten ist, so ist gewiß die Einführung durchdie nördliche Grenze der atlantischen Häfen außerordentlich groß.
Ein Zustand der Dinge, der so schimpflich für die Natio-nalehre, so nachtheilig für die Finanzen und so schädlich für dirSitten ist, kann nur den stärksten Wunsch nach einer radi-calen Veränderung in dem Systeme erregen, das ihn sonst her-vorrief und ihn jetzt erhält.
Die Verbote, welche gegenwärtig in England bestehen, sindsehr unbedeutend. Der Gesammtbetrag der Zölle, welche durchdie heimliche Einfuhr französischer Seidenwaaren, Liköre rc. nachEngland, umgangen werden, übersteigt nicht 800,000 Pf. St. jähr-lich außer den Tabacksladungen, die bisweilen von Frankreichnach Irland gebracht werden.
Die Ausgabe der französischen Staatskasse in Prämien undDrawbacks ist in den letzten Jahren außerordentlich gestiegen.