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L. Gucx.
erscholl imnier drohender, und zuletzt erklärte man geradezu: „das Lehr-schülcrsystein gefährde die Religion".
Diese Taktik hatte Erfolg. Der Bischof gab nach. Kaum vier Jahrespäter, nachdem er erst das wechselseitige Unterrichtsverfahren empfohlenhatte, stellte es der Bischof Tvbias als gefährlich an den Pranger, undeinige Monate nachher forderte er dessen endgültige Abschaffung.
Der Pater Girard wurde somit der Philosophie bezichtigt, unddieses Wort, das sich die Bauern nach ihrer Art auslegten, zog ihmihren blinden Haß zu. Es wird sogar behauptet, daß einige nach derStadt kamen, in der Hoffnung, der Verurteilung und Hinrichtung desPaters Girard beizuwohnen.
Wohl war das Philosophie und von der besten Art. Die Wissenschaftund den Glauben versöhnend zu vereinen, den Menschen durch Bildungbesser zu machen, das war der Grundgedanke des Mannes, in dem man einenNacheiferer Fönelons und Rollins erkennen mochte, aber eines Rvllin, derüber den Lmilo und die praktische Vernunft Kants und vielleichtauch über die tüchtigen pädagogischen Werke Herbarts nachgedacht hat.
„So fiel der Pater Girard und mit ihm die erste Volksschule derWelt. Man erzählt, während dieser unglückseligen Tage habe die ganze,in Trauer versunkene Stadt Freibnrg ausgesehen wie eine durch Sturmeroberte Festung. Die Schule stand, ihres geliebten Hauptes beraubt,bald verödet da, die Familien waren trostlos, die Kinder verlangtennach ihrem Vater und glichen verlassenen Waisen, die gutgesinntenBürger waren bestürzt, 19 hoffnungsvolle Rnhmesjahre sanken dahinunter den Schlägen der Reaktion. Die Stadt bot einen herzzerreißendenAnblick dar. Noch nie in der That war sie von einer unheilvollerenKatastrophe heimgesucht worden. Diese war schlimmer als die Belagerungvon 1448, schlimmer als die Feuersbrnnst, die vor 86 Jahren die(rranck'kuo eingeäschert hatte. Der Schultheiß von Arsens war das erstehervorragende Haupt, das dem Nltramontauismns in unsern Mauerngeopfert wurde / der Pater Girard fiel als zweites Opfer. Die beidenregierenden Gewalten, denen das zeitliche und religiöse Wohl der Ge-sellschaft oblag, und die von Gott die heilige Mission erhalten hatten,das Volk aufzuklären, hatten sich nicht damit begnügt, auf seine Schulterndie Sorge der Volksbildung abzuwälzen, sie verschworen sich jetzt auchund verbanden sich, das Volk zu verdummen." *
' Siehe Berchtold, I. e., Seite 40.