Die Luiist, '
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simvnistischen Doktrinen beifällige Aufmerksamkeit geschenkt, und —neben Männern wie Q-uinet, Berlwz, Muffet, Flanbert — konnte manin seinem Atelier Vater Enfantin treffen. All dies ist bezeichnend. Dieso verschiedenartigen Ideen, welche der sinnende Junggeselle in seinemKopfe wälzte, haben ihn sicherlich in der Wahl seiner Gegenstände be-einflußt,' mehrere sind von allgemein menschlichem Interesse. Alsentschiedener Weiberfeind hat er zum Beispiel unter dem sehr durch-sichtigen mythologischen Schleier von „Herkules , der zu den Füßen derOmphale spinnt" die Unterjochung des Mannes (er selber sagte Er-niedrigung) durch das Weib dargestellt. Die allgemeine und inseinen Werken am klarsten ausgesprochene Wahrheit ist diejenige desVerlustes unserer Illusionen. Sie hat ihn zu seinem berühmtesten,wenn nicht besten Werke begeistert. Die Tvugebnng in dem GemäldeAbend erscheint uns so konventionell, daß diese Komposition gewinnt,wenn man sie im Kupferstich kennen lernt, wo der tiefe Eindruck, dendiese unaussprechlich wehmütige Scene auf uns macht, durch nichts gestörtwird. Eine Barke entfernt sich Vvm Gestade, indem sie all die anmutigenErscheinungen, welche den vergänglichen Zauber der Jugend darstellen,davonführt. Gleyre hat durch diese unsterbliche Allegorie mit einer ge-haltenen und um so pathetischeren inneren Bewegung das menschlichstealler Gefühle, den ewigen Gemeinplatz, dessen die Kunst sich immer wiederbemächtigen wird, — solange Menschen auf Erden alt werden, —- zumAusdruck gebracht: Die Flucht der Tage, den Verzicht auf die Illusionen/diese Scene ist eine mysteriöse Vision, die er an den Ufern des Nilwährend einer tiefen melancholischen Niedergeschlagenheit gehabt hat.Dies ist übrigens nur ein vereinzeltes Blatt in seinem Gesamtwerk:Gleyre pflegt sonst nicht in seinen Bildern Beichte abzulegen, er begnügtsich damit, seine Ideen in der indirekten Form des antiken Symbols,manchmal ironisch und bitter, vorzubringen.
Wie dieser Waadtländer aus Chevilly als verirrter Grieche inunsere Zeit hiueingcriet, wer könnte das erklären? DaS Rätsel liegtvor unsern Augen. Gleyre fand weder Geschmack an unserer Landes-gegend, noch liebte er sie,' er machte sogar seine Schüler von derselbenabwendig, und einer von ihnen berichtete mir folgende Worte desMeisters: „Mit der Schweiz ist nichts anzufangen." Die Alpennatur,deren großartigen Charakter er kannte, kam ihm unzusammenhängend,maßlos, ohne Vordergründe und Horizonte vor.