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[Dritter Band.]
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M. Bühler.

Bern bereitete 1830 in der Enge den Eidgenossen ein Fest, mit 37Scheiben, das unter den Ehrengaben schmucke Rinder und gewaltigeLaibe Käs, im Festprogramm aber einen verpönten Paragraphen auszu-weisen hatte, nämlich die Bestimmung, daß kein Toast ausgebracht, keinLied gesungen werden dürfe, ohne die Bewilligung des Komitees. SolcheVorsichtsmaßregeln des alternden Regiments gegenüber dem freisinnigenVvlksgeist reizten die Burgdorfer, welche als Festgruß ein neues Lied ihresDichterpfarrers Kühn mitbrachten, mit der Herausforderung:Die alteSchwyzerkleider sy nümmä Mode z'Bärn", und der verhaßte Paragraphmußte vor dem allgemeinen Unwillen die Segel streichen.

Diese Vorkommnisse waren das Wetterleuchten vor den herein-brechenden politischen Stürmen. Die eidgenössische Schützentribüne wurdedie Hochwarte des geflügelten Wortes, das die freiheitliche und freisinnigeBewegung mächtig schürte. Zunächst nahmen die Schützenfeste die liberalenNeuenburger, die nach dem verunglückten Putsch von 1831 entwaffnetworden waren, unter ihren Schutz,' 1832 wurden am Schießen in Luzern die Montagnards, welche mit der Musik ckas ^rms8 U6uui68 von LaChaux-de-Fvnds erschienen, mit Kanonenschüssen empfangen, und inLausanne , 1836, erklärte Druey unter dem Jubel der Volksmenge, daßalle Teile des helvetischen Bodens von der Fremdherrschaft gänzlichbefreit werden müssen.

1844 in Basel wurde die Fahne der Neuenburger Patrioten, dieerst aufgerollt werden durfte, nachdem die Grenze des Fürstentums über-schritten war, so sehr gefeiert, daß die royalistischen Schützen ihr orange-schwarz-weißes Banner im Stiche ließen. Schon 1832 hatte sich infolgeeiner Anregung aus Genf der Schweizerische Schützenverein auf derAbgeordnetenversammlung im Bad Knutwyl eine bis ins Einzelnegehende militärische Organisation gegeben.

Am Feste in Luzern gab Dr. Sidler von Zug in hinreißenderBeredsamkeit die Losung aus für die Revision der Bundesverfassung, und1834 hielt er am Schießen in Zürich eine Feuerrede für die mutigenund thatkräftigen Männer, welche entschlossen seien, das Rad der Zeitvorwärts zu treiben. Er feierte den höchsten Triumph an diesem Fest, daseine eidgenössische Volksversammlung bildete, um gegen die Nachgiebigkeitgegenüber den Noten der fremden Diplomatie wegen des wahnwitzigenSavoyerzuges Verwahrung einzulegen. Es kam zu erregten Zwischenfällen,indem mehrere Redner im Tumult um das freie Wort kämpfen mußtem