Band 
[Dritter Band.]
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M. Lühlcr.

fiel, jauchzte das Volk hoch auf. I» gleicher Weise brachten die Altstätterin neuerer Zeit am Schauplatz des Ereignisses die Schlacht am Stoßzur Darstellung, wobei die Känipfe an der Berghalde mit den sieghaftenAppenzellcrinnen in Hirtenhemden, und der heldenmütige Widerstand UliRottachs abwechslungsreiche Bilder boten. Am Zürichsee und überhauptim Kanton Zürich wurden vaterländische Stücke in großem Rahmenaufgeführt, nachdem Stäfa 1863 mit demBauernkrieg oder Leuen-berger und Schybi" vorangegangen war- Rapperswil spielte 1894 einLvkaldrama:Christen oder Türken".

Weitaus am häufigsten sind die überlieferten Tellspiele verschiedenerBearbeitungen und später Schillers Wilhelm Teil gegeben worden. Alledie erwähnten Spiele wurden auf der Straße, dem öffentlichen Platzoder in einer Wiese aufgeführt, mit oder ohne Bühne- war letzterevorhanden, so hatte sie zuweilen auch Dekorationen. Nachdem die eigent-lichen Festspiele aufgekommen waren, gab man auch SchillersWilhelm Tell " kunstgerecht auf großer Bühne im Freien, so in Chain, Altstettenund Brngg- in neuester Zeit baute man ihm in Hochdvrf und Altdorfeigene Spielhäuser mit der ganzen Ausstattung des Berufstheaters.

Große historische Umzüge wurden abgehalten 1851 zur Feier desEintritles Zürichs in den Bund der Eidgenossen, 1853: Eintritt Bernsin den Bund, 1864: Eintritt Genfs in den Bund, 1876: Murtenschlacht-feier mit Kantate, unter Beteiligung aller Kantone, die an der Schlachtteilgenommen hatten. 1863 wurde die Schlacht von Sempach mit einerKantate besonders gefeiert, und im gleichen Jahre ließ die HistorischeGesellschaft des Kantons Neuenburg den Umzug und das Fest der Ar-mvurins wieder aufleben. Alljährlich feiern die Genfer in der Nachtvvm 11. auf den 12. Dezember dieEscalade", zuweilen mit einemhistorischen Umzug, in dem die Heldin Royaume auf dem Wagen durchdie Stadt geführt wird. Zur Neueneggfeier 1898 veranstaltete Bern einen militärischen Aufmarsch- 1899 hatte St. Gallen einen großen kul-turhistorischen Umzug in künstlerischer Zusammenstellung.

Die großen Festspiele, die mit Sempach , Schwyz und Bern ihrenAnsang nahmen, find die naturgemäße Fortbildung der Überlieferung,namentlich des historischen Umzugs der Gedenktage- in Bern war letzterernoch als das Hauptstück gedacht, er wurde dann aber durch die Auf-führungen vollständig geschlagen, so prunkvoll er auch ausgerüstet war.Den springenden Punkt des Überganges zu den heutigen Spielen bildete