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M. Buhlcr.
funden- sein im römischen Amphitheater von Aventicum (^vsnelles)ausgeführtes Drama „Julia Alpinula" hatte stvlze Trägerinnen derFranenrolleu und die Weihe der klassischen Stätte. In der Folge gingRibaux ganz zu den lose geknüpften Bilderreihen über- stets aber hielter sich an den Schauplatz der Ereignisse, so mit seinem „Karl der Kühne ", der in 12 Bildern in Grandson gegeben wurde, und der „KöniginBertha", aufgeführt in Payerne , auf dem Boden der Legende, im Sommer
1899. Schwungvolle Deklamation, Reigenund Ballets , hübsche Dekorationen sinddie hervorstechenden Merkmale. DerKanton Neuenburg beging 1898 die Feierdes fünfzigjährigen Gedenktages der Re publik mit einem Festspiel „AonellutelSuisssJ das in 12 durch die Erzählungendes „Hinkenden Boten" und die Gesangs-chöre miteinander verbundenen Bilderndie Geschichte des Landes vorführte.Dichter des Festspiels war Philipp Godet -Musikdirektor Lanber schrieb dazu einetemperamentvolle Musik, die auf denMarsch der Armourins gestimmt war-hier war es, wo die Künste, nämlichDichter, Komponist, Maler und Sänger,in gleich bedeutender Weise für eine großeVolksaufführung zusammenwirkten.
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Der hinkende Boke.
des Telldenkmals in Altdorf ein Muster kraftvoller Sprache- die Chöredazu hatte Musikdirektor Arnold in Luzern komponiert. Als dramatischgut angelegtes Spiel ist „Winkelrieds Tod" von Frau Oschwald-Ringier zu nennen, 1895 in Lenzburg aufgeführt, indeni man einen kleinen Hügelzur Bühne herrichtete. Karl Heer dichtete der Gemeinde Thalweil einbelebtes Spiel zur Einweihung der nördlichen Zufahrtsliuie zur Gott-hardbahn. Auch das rührige Volkstheater in Hochdorf hatte seinengroßen geschichtlichen Tag mit einer künstlerisch entworfenen Festspiel-bühne- die Befreiung des St. Galler Rheinthales wurde 1898 iu Berneck und im Graben irr Buchs mit Volksaufführungen im Freien gefeiert.