20 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.
jährlich 12 Loth erdige Theile in seinen Magen bekommt. Diese Schlamm-theile, meistens thoniger Natur, sind keineswegs die einzigen Verunreinigungendes Wassers, denn es ist (besonders in der Nahe großer Städte) säst immermit einem unangenehmen Geschmack und Geruch behaftet, welcher von aufge-nommenen, mehr oder weniger zersetzten organischen Substanzen herrührt. InGegenden, wo viel Steinkohle gebrannt wird, findet man oft niedergeschlagenenRuß unter das Wasser gemischt, wodurch es ein Ansehen bekommt, als obman einen Pinsel voll Tusche darin ausgespühlt hätte; so in Newcastle amTone.
Siitrnrion Demnach hat die Reinigung in der Regel die doppelte Aufgabe, dasWasser mittelst Durchseihung zu klären, die Filtration, und ihm den üblenAngeschmack zu benehmen, die Desinfection. Die letztere, wo sie erforder-lich ist, wird stets mit der Filtration zugleich betrieben.
Unter den Wasserfiltrirmaschinen, welche man in den Haushaltungen be-nutzt, zeichnet sich die in Paris gebräuchliche kcmtaine filtrante durch Einfach-heit und große Verbreitung aus. Sie besteht aus einem Kasten, den manaus 8 oder 9 Linien starken Platten von einem dichten Stein, z. B. Marmor,mit Brunnenmacherkitt zusammenfügt. Er ist oben offen, mit Deckel ver-schließbar und ungefähr im unteren Drittheil seiner Höhe durch eine wasser-dicht eingelassene Platte von einem gewissen porösen Stein, gre« filtrant ge-nannt, in zwei ungleiche Theile getheilt, von denen jeder mit einem besonderenHahn versehen ist. In der oberen größeren Kammer befindet sich das unreineWasser und kann von da durch den obersten Hahn, z. B. zum Waschen, abge-zapft werden; inzwischen dringt es aber unaufhörlich durch den porösen Zwi-schenboden mit Hinterlassung seiner Unreinigkeitcn in die untere Kammer, woes als Trinkwasser durch den zweiten Hahn abgelassen wird. Damit die Lustdem herabdringenden Wasser ausweichen kann, ist ein Bleirohr in die untereKammer eingekittet, welches durch den ganzen Apparat aufsteigt und unterdem Deckel, also in die freie Lust ausmündet. Eine Desinfection findet hierbeinicht Statt, auch geschieht die Filtration von oben nach unten, was dieseOperation immer sehr verzögert und erschwert. Denn es setzen sich alsdann alleUnceinigkeiten in demselben Sinne ab und bilden auf der Oberfläche des Steinseine Schichte feinen Schlamm, welcher dem durchdringenden Wasser einengroßen Theil seines Weges versperrt. Wenn man dagegen das Wasser nöthigt,in einem langsam aufsteigenden Strome das siltrirende Material zu durchdrin-gen; so wird, was sich während der Filtration freiwillig absetzt, nach unten ab-geschieden und nur derjenige Theil mit dem Wasser nach oben in's Filter gehenund zurückbleiben, der wegen seiner Feinheit und Leichtigkeit schweben geblie-ben. Unter übrigens gleichen Umständen würden die Poren eines Filters beiaufsteigender Filtration nicht so schnell verlegt, es wird folglich nicht so häufiggereinigt und erneuert werden müssen, als im ersten Fall. —
Auf * und Die in der Fig. 1 abgebildete Vorrichtung vereinigt beide Wege der Fil-Ro,-,i°n! tration in sich und ist noch außerdem mit mehreren Verbesserungen verknüpft.Sie besteht aus zwei, concentrisch in einander gefügten Bottichen oder Stän-dern. In dem Inneren geht die Filtration abwärts; das an den Boden ge-
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