®cnt Mühlwese». Keltere Einrichtung. 99
Z) das " Beutelgeschirr«, worin die gemahlene Frucht durch Sie-ben in die verschiedenen Sorten des Mühlengutes getrennt wird.
Die beiden Haupthefle des gangbaren Zeugs sind die beiden flachwalzen- Di,förmigen Mühlsteine, deren Axen genau in eine senkrechte Linie zusammen-fallen. Der untere oder »Bodenstein « ist unbeweglich festliegend, der obereoder »Läufer-- ist in der Weise um die Axe drehbar, daß die beiden gegeneinander gerichteten Flachen, die »Mahlen«, — deren Abstand beliebig geän-dert werden kann jederzeit genau parallel bleiben. Kommen die Körner inden Zwischenraum zwischen beiden, so werden die Rauhheiten des Bodensteinsdieselben zurückzuhalten streben, wahrend die Rauhheiten des Läufers dieselbenmit Gewalt vorwärts schieben. Es erfolgt eine Zerreißung des Korns. Damitaber die Bruchstücke zweiter zermalmt werden, so müßte der Lauser in demMaaße nachsinkcn können, als die Bruchstücke feiner werden. Wollte manaber den Läufer mit seinem Gewicht wirken lassen, so würde eine übermäßigeganz und gar unstatthafte Reibung, Abnutzung der Steine und Erhitzung ent-stehen. Dieser Nothwendigkeit hat man sich durch die sogenannte »Schär-fn ng« entzogen, welche es möglich macht, das Korn vollkommen fein zu brin-gen, wahrend das ganze Gewicht des Läufers — statt auf dem Bodenstein undden Körnern zu ruhen — von feinet Axe getragen wird. Dafür muß aberauch der Abstand beider Steine beliebig verstellbar sein, damit man alleGrade der Feinheit erzielen und das zu mahlende Material auch recht in's Be-reich der Mahlen bringen kann. Unter Schürfung begreift man eine eigen-thümliche Behauung der wählenden Steinflachen nach Furchen, die nach
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Fig. 9.
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einem bestimmten Plan entworfen und aufeine solche Stellung der oberen gegen die un-teren berechnet ist, daß daraus und bei derGegenbewegung der Kanten eine scheerenartigeWirkung entsteht. Diese ist aus der Abbil-dung, Fig. 9 und 10 (welche die Schürfungzweier Steine im Profil zeigt) *), leicht verständ-lich, wo man sieht, wie der Raum, der die ein-gehauenen Furchen bildet, immer enger undenger wird, so daß die hineingerathenen Körnerstufenweise zermalmt werden, bis sie endlich zwi-schen den ebenen Steinflächen zu Mehl werden.Dies ist die amerikanische Schürfung der SteineFig. 10.
(nach Evans), welche für die beste gehalten wird; vorher und noch jetzt häufig
*) Su vcr Wirklichkeit find diese Schärfungen natürlich nie so sauber, scharfkantigund regelmäßig als in der Zeichnung angenommen.