Band 
Zweiter Band.
Seite
134
JPEG-Download
 

134 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschastl. Gewerbe.

durch die ersten Siebe gegangenen Zellentrümmer abgeseiht werden. Dieserdritte Cylinder sitzt auf der Axe A 1 ; der Anfang ist in der Figur, bei a und tnoch angedeutet. — Die Siebwalzen der Huck'sehen Maschine machen beiläufig25 Umdrehungen in der Minute und verarbeiten täglich 3ÖÖ00 Pfd. Kartoffeln,aus welchen durchschnittlich 5100 Pfd. oder 17 Proc. Starke erfolgen. —

Die Apparate von Vernies, von Stolz, von St. Etiene und An-deren beruhen auf denselben Principien. Man begreift leicht, daß die verschie-denen Siebvorrichtungen in ihrer Leistung von den Reibwalzen abhängen unddas Stärkemehl nicht weiter auswaschen können, als es von den Zahnen der-selben durch Zerreißung der Zellen bloßgelegt ist. Man rechnet, daß aus diesemGrunde 2 bis 4 Proc. Starke in den Rückständen bleibt. Diese letzteren betragenim Mittel gegen 15 Proc. der Kartoffeln: nämlich etwa 5 Proc. Zellensubstanzund Starke und das Uebrige Feuchtigkeit. Sie werden in der Regel als Zusatzzum Viehfutter benutzt; ihr Werth ist darum aber nicht sehr hoch anzuschlagen,weil sie alles Eiweißes der Kartoffeln beraubt sind, welches bei den Starke-waffern bleibt.

Völker hatte die originelle Idee, das Ausschließen der Kartoffelzellenvollständiger als bisher, mit den Reibcylindern — durch die chemische Einwir-kung einer Art Humusbildung, sogenannte »Verrottung«, auszuschließen.Zermalmte oder geriebene Kartoffeln verwandeln sich nämlich unter dem Ein-flüsse genügender Feuchtigkeit und einer Temperatur von 20 bis 30" allmaligin eine weiche, zarte, braune, taigige Masse. In Folge dieser Verwesung verliertdie Zellenmasse ihre Struktur und verändert sich chemisch, wahrend diese Umwand-lung sich nicht auf die Starke erstreckt, so lange der Vorgang nicht die rieh'tigen Grenzen überschreitet. Die Methode der Verrottung ist um deswillenfür die Ausführung nicht geeignet, weil sie zu viel Zeit erfordert, aber auch,weil mit der Aufschließung der Zellen die Substanz derselben zum Nach'theil ihrer leichten Abscheidung von der Starke in viel zu feine Theil'chen zerfallt.

Reinigung der Sämmtliche Apparate, welches auch ihre Constcuction sein mag, liefern

eine milchweiße Flüssigkeit, worin die Stärke nebst vielen fremden Stoffenschwebend, einige auch gelöst enthalten sind. Die nunmehr folgenden Verrichttungen haben den Zweck, die Stärke erst zu reinigen und dann durch Trocknenin Handelswaare zu verwandeln. In den Bottichen, welche die Flüssi'gke^aufnehmen, kann man nach einigen Stunden, wenn sich alle schwereren Theileabgesetzt haben, die obenstehende Flüssigkeit abzapfen. Sie dient — wegenihres Eiweißgehaltes ■— sehr zweckmäßig zum Begießen der Dungstätten rc.Der Bodensatz wird sogleich mit frischem Wasser aufgerührt, bleibt hierauseinen Augenblick in Ruhe, bis Steinchen, Erde und ähnliche Dinge denden erreicht haben und wird sofort von diesen abgezapft und durch ein feintSieb gelassen, was man mehrmals mit immer feineren Sieben wiederhn^Nach diesen Durchsiihungen läßt man die Starkemehlflüssigkeit in einembottich so lange stehen, bis sich die Stärke nicht nur abgelagert, sondern auckfest zusammengesetzt hat, worauf man das letzte Wasser ablausen läßt.äußerste Schichte des Bodensatzes ist wcißgelblich und schlammig; sie entha'