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Zweiter Band.
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162 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschastl. Gewerbe.

Umstände gleichgesetzt, würde also die Zuckerproduktion aus Zuckerrohr die ausRüben bedeutend übersteigen; aber in der Wirklichkeit sind die Umstände sehrverschieden. Das Zuckerrohr enthalt doppelt bis dreimal mehr Gewebesubstan;(Holzkörper) als die Rübe; diese Substanz ist bei der letzteren weich und zel-lig, bei dem Zuckerrohr faserig, schwammig, von einer harten Rinde umgeben,also viel schwieriger auszupreffen. In den Himmelsstrichen, in welchen dasZuckerrohr wachst, ist die Lufttemperatur höher und begünstigt die Gährungs-erscheinungen, besonders die schleimige Gahrung im höchsten Grade; die Gefahkder Veränderung des Zuckers im Safte ist also auch weit größer, als bei derRübe. Endlich sind die Gegenden, worin man Zuckerrohr cultivirt, im Allgemei-nen von den Hülfsmitteln der Mechanik und der Wissenschaft am meisten entblößt,und es befindet sich daher die Zuckerstederei in den Colonien durchschnittlich i* 1viel unzuverlässigere Hände und in viel weniger rationellem Betrieb als die R"'benzuckerfabrikation.

Aus diesen Gründen begreift sich, in wiefern die Verhältnisse in denlonien, bei großen Vorzügen des Rohmaterials, doch für die eigentliche Fabri-kation sehr ungünstig sind, und daß diejenige Theilung der Arbeit zwischenColonien und den Mutterländern, wie sie seit alteren Zeiten existirt, sehr wehbegründet ist. Die Siedereien in den Colonien erkennen nämlich ihren Zn>eunur darin: so rasch wie möglich und mit so wenig Umstanden wie möglich ^in dem Rohr enthaltenen Zucker in eine zur Versendung geeignete Form ($°^zucker) zu bringen. Dabei waren größere Ausbeute durch umsichtigeres

fahren und größere Haltbarkeit des Zuckers auf dem Transport, wenigstens

bis

zu den letzten Jahrzehnten, durchaus vernachlässigte Rücksichten, wodurch jährl^ungeheure Werthe an Zucker zerstört wurden.

Die Herstellung von weißem Hutzucker aus dem Rohzucker überließden Raffinerien diesseits der See, mit ihren besseren Hülfsmitteln. So

die Erzeugung des Zuckers aus Rohr noch jetzt; nur hat man angefangen,Interessen der Raffinerie mehr mit denen der Colonie und Plantage in

die

Ein-

klang zu setzen und die reichen Erfahrungen der Rübenzuckerfabrikation und

d>e

zahlreichen Verbesserungen auf jene zu übertragen. Wahrhaft fruchtbardiese Uebertragung nur werden, wenn der Bau des Zuckerrohrs und die 8 a “kation des Zuckers von einander emancipirt werden. «

In Ostindien, der Heimath des Zuckerrohrs, existirt schon seit langer Peine Theilung der Arbeit in der Zuckergewinnung, indem diese durch zwei 9sonderte Classen betrieben wird: nämlich die rvots, sehr arme von deneigenthümern abhängige Ackerleute, die das Zuckerrohr bauen, pressen und _Saft, ohne weiteres zur Syrupconsistenz verdampft, an die goldars sl&g* $welche daraus festen Zucker darstellen. Die einzelnen Pachtungen miethensehr einfache und rohe Geräthe von bemittelten Eigenthümern, aber die ^Heilung des geernteten Rohrs zu goor oder pggerj (so heißt jenes syrup«* ,ungereinigte Rohproduct) wird von einer Anzahl Pachtungen, die ihre Ar ^kräfte in dieses Unternehmen einschießen, als ein gemeinschaftliches Unternehin der Weise ausgeführt, daß alle zusammen die Ernte des Einzelnen >»griff nehmen.