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Zweiter Band.
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Zuckersiederei. Rübenzucker. Waschen der Rüben. 1g5

sich leicht ereignen, daß die zurückgebliebenen und mittlerweile in Faulniß ge-r>rathenen Abfälle und Ueberbleibsel den gesammten neuen Verrath in kurzerZeit in Faulniß versetzen und zerstören. Insofern die Veränderung des Zuckersin den Rüben meistens durch die Oxydation ihrer stickstoffhaltigen Bestandtheileveranlaßt wird, muß die Schweflung der Rüben, d. h. die Jmpragnation der-selben mit schwefliger Säure ein rationelles Mittel genannt werden, welchessich auch durch die Erfahrung bewahrt hat.

Einige der besseren Fabriken haben angefangen — und zwar mit gutemErfolg — anstatt der Gruben, bedeckte Magazine über der Erde anzulegen.Obgleich kostspieliger in der Anlage, sollen sie sich doch durch bessere Erhaltungder Rüben in Folge von vollkommnerem Luftwechsel bezahlt machen.

Keine von beiden Arten der Aufbewahrung ist bisjetzt genügend; in bei-den Fällen verlieren die Rüben merklich an Werth. Es haben sich daher vieleSachverständige damit beschäftigt, diese Aufbewahrung der Rüben im natür-lichen Zustande zu umgehen. Am wichtigsten ist in der Beziehung die Me-thode von Schützen dach geworden, die Rüben unmittelbar nach der Ernte inSchnitten zu trocknen, trocken aufzubewahren, und als trockner Vorrath zu ver-arbeiten, wovon am Schluß dieses Abschnittes die Rede sein wird. DasSchwarzwerden der Rübenschnitte beim Trocknen soll nach Lirac durch Be-treuung derselben mit Kalk, nach Forbin Janson mit Kohlenpulver ver-ändert werden können. Diese Mittel, vorzüglich der Kalk, nützen noch mehrdadurch, daß sie der Milchsaurebildung entgegenwirken.

Darstellung des Zuckers aus Rüben.

, Sie zerfallt in die Gewinnung des Saftes, welche s. das Waschen,' das Zerreiben und c. das Auspressen der Rüben umfaßt; und in die Ge-rinnung des Zuckers aus dem Saft, welche nacheinander 6. in der^Uterung, e. der ersten Filtration und dem Eindampfen, f. in der zweitenTitration oder der Klärung des Saftes und dem Verkochen des Klarsels undin der Krystallisation des Zuckers besteht.

A. Gewinnung des Saftes,a. Das Waschen.

Weil der Zucker (-Saft) nur in dem eigentlichen (gesunden) Rübenkörpergalten ist, so muß man, um reinen und reichen Saft zu erhalten, alle an-^8°»de Erde und Sand nicht nur, sondern auch die Faserwurzeln, alle ange-^^enen und faulen Theile und endlich das Herz entfernen. Die Wurzelfasernnun meist schon bei der Ernte weggenommen und das Ausstechen desals zu umständlich, gewöhnlich unterlassen; so daß sich die Vorberei-^r Rüben in der Regel auf das Abwäschen von Erde und Sand he-tz welche für die Reibeapparate in hohem Grade verderblich, auch den* urinöthiger Weise verunreinigen würde.

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