Zuckersiederei- Rübenzucker. Melasse. — Schützenbachs Verfahren. 245
10 — 12 Procent vom Gewicht der Melasse einer sehr alkalireichen Salzmassehinterlaßt; sie besteht aus:
Schwefelsaurem Kali . . . 7 bis 11 Procent
Kohlensaurem »Chlorkalium . . .Kohlensaurem NatronCyankalium
17 bis 2027 bis 4525 bis 34Spur.
Sehr zweckmäßig kann daher die Potaschengewinnung mit der Destilla-tion der Melasse verbunden werden, indem man sie so verdünnt, so daß sie 4 — 5Procent Weingeist giebt und abdestillirt. Das Phlegma dient zur Verdünnungvon neuer Melasse u. s. f. Dadurch concentrirt sich sein Gehalt an Salzen aufeinen zur Verarbeitung passenden Grad, welche dann nach jedesmaligem Schlußder Campagne vorgenommen werden kann. Denn für einen fortlaufenden Betriebist die Quantität nicht bedeutend genug. Fabriken, die täglich 600 Centner Rü-ben verarbeiten, haben darin zwischen 5 und 6 Centner mineralische Bestand-theile, also etwa 3 bis 4 Centner dieses Salzgemenges *). Wenn die calcinirteSalzmasse durch Auflösen gereinigt wird, so krystalliflrt ein Doppelsalz —C0 2 K0, CO a NaO+ 12 aq., welches durch Kohlensaure in einfach kohlensau-res Kali und 2fach kohlensaures Natron zerlegt werden kann.
Das Schützenbach'sche Verfahren der Gewinnung des Zuckers
aus Rüben.
Eine vor 11 oder 12 Jahren aufgekommene, wesentlich neue Methode derZuckergewinnung aus Rüben, nach ihrem Erfinder die Schützenbach'sche ge-kannt, hat nach ihrem Bekanntwerden ein bedeutendes Aufsehen erregt und eineZeit lang gedroht, das herkömmliche französische Verfahren zu verdrängen. Ob-gleich sich diese Aussichten nicht verwirklicht haben, obgleich das Verfahren,vielen Orten im Großen ausgeführt, sich als unpractisch bewiesen hat, sobann es schon darum hier nicht unberührt bleiben.
In der Einleitung zu dstsem Abschnitt ist bereits darauf hingewiesen wor-den, daß eine der Hauptquellen des Verlustes an krystallisi'rbaren Zucker bei derüb-licheu Fabrikation in der Schwierigkeit, oder vielmehr Unmöglichkeit zu suchen ist,die Rüben unverändert für die Dauer einiger Monate aufzubewahren. Es'st hervorgehoben worden, daß der bedeutende Wassergehalt, also die große Ver-dünnung der in den Rübenzellen enthaltenen Auflösung organischer Stoffe, dieleichte Oxydjrh^^ oon eincm derselben, auf der anderen Seite aberauch die unbezwingliche Neigung der Rübe zu keimen und auszuwachsen, —Veränderungen veranlassen, welche nur allzu leicht sich aus den krystallisirbarenZucker erstrecken. Einer feststehenden Erfahrung zufolge verinindert sich die
*• B-, s. S. 247.. wo man jährlich 30 Millionen Kilo. =s= 600,000 Ctr.fn ltet ' ist die Quantität dieses Salzgemenges im Jahr auf 3000 bis4000 Centner anzuschlagen.