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Zweiter Band.
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Zuckersiederei. Die Knochenkohle.

lange in kleinen Standern mit salzfaurehaltigem Wasser, bis der Kalk voll-ständig gesättigt ist, worauf sie ein zweitesmal gewaschen und dann geglühtwird. Ein Ueberschuß von Säuren ist sorgfältig zu vermeiden, weil sie denbasisch Phosphorsauren Kalk angreifen, die Kohle dadurch erweicht und zerstörtwird; zu berücksichtigen ist aber, daß diejenigen Kohlenschichten des Filters,welche zuerst von dem durchlaufenden Safte getroffen werden, sechsmal reicheran Kalk sind, als die unteren.

Durch Behandlung der gebrauchten Kohlen in Dampf von sehr hoherTemperatur, welche bereits in großem Maaßstabe versucht wurde, soll dieEntfarbekraft der Kohle sehr vollständig wieder hergestellt werden; doch fehlenbestimmtere Erfahrungen. Daß dabei kein Abgang, aber auch keine Entfer-nung des Kalks stattfindet, ist einleuchtend.

Nach Payen kann aus Knochen, welche zu Leim oder Gallertsuppe ge-dient haben, also ihres organischen Bestandtheils beraubt sind, eine Knochenkohleerhalten werden, welche der gewöhnlichen (an Entfarbekraft; ob aber auch imEntkalken?) in nichts nachsteht, wenn man solche Knochen mitSteinkohlentheeriniprägnirt und dann wie gewöhnlich ausglüht.

Unter den Surrogaten für Knochenkohle, von denen bis jetzt keines die Kno-chenkohle ganz zu ersetzen vermag, steht die Kohle aus gebranntem bituminösenSchiefer oben an. Dieses Mineral ist ähnlich wie die Knochen, aus organischenMaterien und erdigen Stoffen zusammengesetzt und liefert eine ähnliche Kohle.Bei dem seltenen Vorkommen liegt für die meisten Fabriken ein höher Trans-port auf diesem Erzeugniß, dessen Fähigkeit, sich durch Mitwirkung der Salzsäurewiederbeleben zu lassen, außerdem sehr in Frage steht.

Ein anderes Surrogat ist unter demNamen »Carbon« bekannt und wirddurch Verkohlung der Melassen erhalten. Der bedeutende Gehalt an Salzen,besonders alkalischen Salzen der Melasse, welcher sich in der Kohle relativ ver-wehrt, ist hierbei höchst bedenklich-

B. Produktengewerbe.

Die geistigen Getränke und der Weingeist.

Wein, Bier, Branntwein (Weingeist) sind sämmtlich durch Kunst gewon-nene Getränke, welche sich in Nebenbestandtheilen zwar sehr wesentlich von ein-ander unterscheiden, aber doch den gemeinschaftlichen Charakter des Geistigen' h- eines Gehaltes an Alkohol theilen. Aller Alkohol wird durch denselbenGemischen Prozeß und aus demselben Grundstoff, nämlich durch Gahrung

Zucker — gebildet, sei es direct, oder indirect indem die Starke als^Nsgangspunkt dient und diese zuvor in Zucker verwandelt wird.

Surrogats

Von der Gahrung.

Die gewöhnliche chemische Thätigkeit zwischen zweien oder mehreren ver-schiedenen Körpern beruht auf der chemischen Verwandtschaft, auf einem gleich-