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Geistige Getränke. Bierbrauerei.
Dünger; umständlicher, aber rentabler, die auf Weinsäure und Pottasche(vergl. Bd. I., S. 246), und da sie weinhaltig sind, das Abdestilliren des Alko-hols zu Branntwein.
Bierbrauerei.
So wenig wie der Wein, ist das Bier die Erfindung einer bestimmten G,schjch,Zeit, oder eines bestimmten Volkes: Die Zubereitung des Getreides hat überall " d, ' s 'von selbst darauf geführt. Die Entdecker von Amerika fanden bei den Perua-nern eine Art Maisbier, Mungo Park im innern Afrika ein Hirsebier; auchdie Chinesen, die es aus Reis machen, sind von jeher, sowie die Völker in Ost-indien damit bekannt gewesen. Die Römer fanden es bei den Deutschen undGalliern vor, als sie mit ihnen in Verkehr traten.
Die Kenntniß des Bieres reicht sehr hoch, wenn auch nicht so hoch als diedes Weins, in die Geschichte der Vorzeit hinauf. Nach D i o d o r von Sicilien,soll König Osiris (ungefähr 1960 v. Ch.) das Bier in Aegypten eingeführthaben; in diesem Lande bestanden nachmals, u. a. zu Pelusium an der Nilmün-dung, berühmte Brauereien. Daß das Bier den alten Griechen bekannt war,geht aus einigen Aeußerungen von Archilochus und spater von den DichternAeschylus und Sophokles hervor. Von demKaiserJulian existirt ein Sinn-gedicht auf das Bier. Tacitus sagt aus, daß die alten Deutschen das Bier ausGerste bereitet hatten. In den Zeiten Strabo's war es schon in Britannienund dem heutigen Flandern allgemein. Ein künftiger Geschichtsschreiber derBierbrauerei hatte genauer zu untersuchen, ob die genannten Schriftsteller desAlterthums nur von Getränken aus Getreide überhaupt, oder ob sie von gegoh-renen Getränken reden, ob diese aus dem rohen Korn (wie der Kwas in Ruß-land und das Buha in Oberägypten) oder aus Auszügen bereitet worden. Kei-nensalls hat das Alterthum Bier in dem heutigen Verstände des Worts ge-kannt, weil die gegenwärtig unerläßliche Zuthat des Hopfens, jedenfalls eineviel spatere Erfindung ist.
Unter »Bier» sind diejenigen geistigen Getränke begriffen, welche ausB-g-iff»Getreide und Hopfen mittelst Gahrung, aber ohne Destillation bereitet werden.
Sie unterscheiden sich von dem Getreidebranntwein nur darin, daß dieser ohneHopsen und durch Destillation gewonnen wird.
Der Weingeist- (Alkohol-) Gehalt des Biers und Branntweins setzt aberdas Vorhandensein von Zucker voraus; dieser fehlt jedoch im Getreide entwedergänzlich, oder ist nur in sehr kleinen Mengen darin. Die Brauerei und dieBranntweinbrennerei aus Getreide hat daher eine doppelte Aufgabe: in demGetreidekorn zuvor Zucker zu erzeugen, und dadurch das Material zur geistigenGahrung zu gewinnen. Die Erzeugung von Zucker kann nur durch chemischeUmgestaltung und diese wieder — unter allen Bestandtheilen der Getreidekörner'7~ allein von dem Stärkemehl aus geschehen. Zu diesem Zwecke hat sich der°>8enthümliche, gesunde Takt, oder Instinkt der Praktiker — der beinahe in
alteren Künsten, auf eine oft wunderbare Art, der eigentlich wiffenschaftli-chen Erkenntniß und ihrer Ausübung vorgegriffen hat — schon sehr frühe die