Geistige Getränke. Bierbrauerei. 311
anderen Seite ist man an denjenigen Orten, welche durch die Trefflichkeit undHaltbarkeit ihrer Biere ausgezeichnet sind (wie England, Baiern), langst von denRauchdacren zurückgekommen, und wendet vielmehr allgemein die sogenannten»Luftdarren« oder englischen Darren an, welche sich in Deutschland mitdem Geschmack an den dänischen Bieren immer mehr verbreiten. Das We-sen derselben besteht darin, daß anstatt des Rauchs ein Strom reiner, war-mer Luft durch das Malz hindurchgefühlt wird; sie sind, mit anderen Worten,ein besonderer Fall der Luftheizung, der sich in sehr verschiedener Weise ausfüh-ren laßt. Die einfachste Form, für kleineren Betrieb geeignet, ist die der Fig. 60,. ^ die in der Heizkammer befindliche Lust
1 wird von dem Ofen erwärmt, steigt
durch die durchbrochene Decke empor indie Sau, breitet sich daselbst aus, unddurchstreicht alsdann die Darrhürde unddas Malz. Die aus der Heizkammernach oben entweichende Lust wird vonunten durch Zuglöcher am Boden die-ser Kammer ersetzt. Die Oeffnungen,welche die warme Luft in die Sau ein-lassen, sind hohl überdeckt, um dasHinabfallen von Würzelchen und dergl.auf den Ofen zu verhindern. —
In den besten größeren Brauereien,^ach Art der dänischen, ist die Einrichtung der Darre die in Fig. 61 (s. f. S-)abgebildete.
Die Heizung der Darre geschieht von dem Darrofen A aus, welcher nachUmstanden durch die, von der Braukesselfeuerung bei B abfallende Warme, un-^rstutzt wird. Der Darrofen A liefert außer dem Rauch einen Strom vonheißer Lust, welche beide in getrennten Leitungen unter der'Darre hin- undhergeführt werden; er besteht aus einem äußeren gemauerten Kanal bb und^"em inneren, dem eisernen Rauchrohr a a, welche einen Zwischenraum voneinige« Zollen zwischen sich lassen. Das Feuer auf dem Roste c brennt nureunerhalb des Rauchrohrs; der heiße Rauch geht in demselben aufwärts durchFußboden ddd, und mündet bei e in den waagrecht und im Zickzack unterer Darre hin- und herlaufenden Kanal ggg\ dieser ist dreikantig, damit dieherabfallenden Malzabfälle nicht auf ihm liegen bleiben. Aus gg zieht endlich" Rauch durch das Verbindungsrohr H in den- Schornstein B des Braukes-i ' woselbst der Zug durch den Schieber x regulirt werden kann. Die Schie-' cc und *' i m Ofen B dienen dazu, die Hitze vom Braukessel ganz, oder^^ilweist durch den Fuchs C nach A hinüber zu leiten. Der Fuchs C istk° !l Backsteinen gemauert und ruht aus der Balkenlage ll: so ist der Verlaufrc direkten Heizung. Die Luftheizung in dem Ofen A beginnt in dem Zwi-^^»caum zwischen dem Rauchrohr a und dem Mantel b b ; die hier erzeugte^ucme Lust strömt, gleich nach ihrem Eintritt in die Sau J), in den offenenual n n n . , . „us, welcher unter den Windungen der Rauchrohre gg her-
Die
Malzdarren.
Luftdarren.
Bairische
Lrlfidarre.