442 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.
zweckmäßig. Der von o herkommende Dampf vertheilt sich in die dreizehn senk-recht stehenden Kühlröhren (welche in den neueren Schwarz'sehen Apparatenebenfalls wie Fig. 108 eingerichtet sind), das Destillat sammelt sich in r undstießt bei s ab. Der Nachtheil dieser Disposition liegt auf der Hand, denn so-bald der Dampf zu Flüssigkeit condensirt ist, fallt diese herab und behalt keineZeit, sich auf die gewöhnliche Temperatur abzukühlen. In der Praxis erreichtman dies zwar, aber nur mit einem sehr vermehrten Aufwande an Kühlwasser.
Dkr Mummt In allen bis jetzt beschriebenen Apparaten empfangen die Rectisicatoren einens°n ® o11- Lutterdampf von veränderlicher, und in der spateren Periode der Destillationsehr abnehmender Starke. Gall war der Erste, der in seinem Apparate indieser Beziehung auf Abhülfe bedacht war. 'Wie bei den vorigen, sind mit demDampfkessel zwei Blasen und diese dann mit dem Lutterbehalter oder sogenanntenSeparator verbunden; aber gerade die Art der Verbindung ist neu und wesent-lich. Die beiden Blasen stehen nämlich neben einander auf gleichem Niveau,und durch geschickte Röhren- und Hahnenverbindung kann der Dampf nach Be-lieben zuerst in die rechte und aus dieser in die linke, oder zuerst in die linke undaus dieser in die rechte Blase geleitet werden; es kann mit anderen Worten durchbloße Stellung der Hahne jede von beiden Blasen nach Belieben zur ersten oderzur zweiten gemacht, zugleich aber auch (durch dasselbe Mittel der Hahnstellung)jede Blase, welche gerade als zweite fungirt, mit dem Lutterbehalter in Verbin-dung und zugleich die jedesmalige erste Blase von diesem abgesperrt werden.Jede Blase laßt sich ferner, durch den Schluß der betreffenden Hahne außerVerbindung mit dem Apparat setzen und entleeren, während die andere ununter-brochen mit dem Dampf sortbetrieben wird. Dergestalt benutzt Gall die Pe-riode des zu Ende gehenden Abtriebes der einen Blase, welche bei Dampfheizungso sehr in die Lange gezogen wird, um inzwischen die andere Blase neu zu be-schicken. Diese tritt dann, einfach durch Veränderung der Hahnstellung, wiederin das System ein, und so jede abwechselnd.
Diese Einrichtung ist u. a. in Gall 's »Marienbadapparat--, Fig. 109und 110 beibehalten, die ihren Namen von einer durch v. Siemens ange-regten, von Gall angenommenen Einrichtung hat, die Blasen versenkt inden Dampfkessel zu setzen. Ihr Zweck ist, die Abkühlung der Blasen nachAußen zu verhindern.
A ist der Dampfkessel mit seinen Feuerrohren 6 6; B und C die beidenin ihn versenkten Blasen; D eine dritte nicht versenkte Blase; E der Lütter-sammler (Reclisicator); F und 6 zwei Dephlegmatoren; H das Kühlfaß witdem Kühler J.
Die Maische kommt zuerst durch das Füllrohr g g‘ in die Blase D, welcheals erster Reclisicator dient. Von ihr aus werden die beiden versenkten Bla^sen B und C durch die Maischhahne a und b gefüllt.
Der Dampf gelangt aus dem Dampfkessel durch das krumme Dampfrohrh in den Dreiweghahn e, der ihn entweder durch die rechte Röhre i in d>rBlase C, oder durch die linke Röhre i in die Blase B, oder endlich aufwartdurch das Rohr k nach dem Faß zum Kartoffelkochen k. führt. — Die geistigenDampfe, welche aus den versenkten Blasen aufsteigen, erhalten ihre Richtung