443
Geistige Getränke. Die Branntweinbrennerei. Destillation.
durch den Wechselverbindungshahn f, und zwar, wenn C als erste Blase fungirt,durch dieHelmröhre n und deren abwärts gerichteten Schenkel o in die Blase B— und wenn B die erste Blase ist, umgekehrt. Aus der jedesmaligen zweitenBlase führt das Rohr p , beziehungsweise p 1 , nach einem anderen Dreiweg-hahn g, der (nach der einen Seite hin stets gesperrt) sie von der Seite derzweiten Blase her durch q hinauf in die Blase D führt; von da gehen sieohne Wechsel in den Lutterkasten E und endlich durch die Dephlegmatoren Fund G in das geschlossene Kühlfaß H. Dieses wird aus einem Behälter durchdas Rohr a mit Wasser gespeist; ist das Kühlschiff voll, so steigt das Wasserdurch das Rohr b nach den Dephlegmatoren und von da in den Trichter dnach dem Dampfkessel.
Bei sämmtlichen so weit erwähnten Apparaten muß die Destillation, wenn D,r u m «itauch nur auf kurze Zeit, unterbrochen werden. In Gall's MarienbadapparaO'°"ist diese Unterbrechung mit Hülfe einer sinnreichen Einrichtung und der vierPaar Wechselröhren ziemlich unschädlich gemacht. Apparate, welche schon imPrincip auf einen ununterbrochenen Gang eingerichtet sind, werden in Deutsch-land sehr selten angetroffen und sind eine französische Erfindung. Die ersteIdee dazu stammt ursprünglich von einem Fabrikanten in Bordeaux, NamensBaglioni; sie erlangte zuerst durch Cellier Blumenthal eine praktischeForm, welche durch die Verbesserungen von Eh. Derosne die GestaltFig. 111 (s. f. S.) erhalten hat- Der Apparat von Derosne ist ausdrücklichfür die Destillation von Wein bestimmt und eignet sich, wie aus seiner Ein-richtung sehr bestimmt hervorgeht, nur für diesen oder für ähnliche dünnegeistige Flüssigkeiten, nicht für dicke Maischen.
d ist die erste, B die zweite Blase; Oder erste Rectisicator (Colonnedistillatoire), D der zweite Rectisicator (C . rectificatoire), E der VorwärmerUnd Dephlegmator (Condensateur chauffe-vin), F das Kühlgefäß; G einGefäß, welches mittelst des Schwimmers y den Ausfluß der Flüssigkeit ausdem Vorrathbehalter H regulirt.
Obgleich kein eigentlicher Dampfkessel vorhanden ist, so ist doch die BlaseA als solcher thätig und die Destillation-eine mit Dampf betriebene. DasPrincip derselben besteht darin, daß die zu destillirende Flüssigkeit (der Wein)aus H in einem ununterbrochenen Strome niederfließt, wahrend der aus Akommende Dampf in einem ebenfalls ununterbrochenen Strome aufsteigt; beidekommen in der Erstreckung der beiden Rectificatoren in unmittelbare Berüh-rung; die Flüssigkeit entgeistet, der Dampf verstärkt sich auf diesem Wege, seineVerstärkung vermehrt sich in dem Vorwärmer E, worauf er in den Kühl-apparat F tritt. Mit der Ausführung dieses Princips ist ein anderer Zweck^uf eine sinnreiche Art verbunden: der Herabfließende Wein muß, wenn andersder Dampf gehörig auf ihn einwirken soll, eine bestimmte und zwar ziemlichhohe Temperatur besitzen; der Wein erhält diesen Wärmegrad dadurch, daß ervollständig an die Stelle des Kühlwassers tritt, welches letztere somit von derMitbenutzung ganz und gar ausgeschlossen bleibt.
Der Wein fließt aus H nach G, worin er vermöge des Schwimmers gfots auf gleicher Höhe steht. Vermittelst des Hahnes w läßt man ihn in