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Zweiter Band.
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Das Bleichen. Die Bleichmittel. 681

Oxland leitet frisch entwickeltes aber mit Schwefelsaure getrocknetes Salz-säuregas mit trockner atmosphärischer Luft, durch eine mit Bimstein gefüllteglühende Retorte. Der Sauerstoff der Luft oxydirt den Wasserstoff der Salz-säure zu Wasser; man erhalt neben diesem und unzersetzter Salzsäure (welchedurch Waschen mit Wasser weggenommen wird) ein Gemeng von atmosphäri-scher Luft, Stickstoff und Chlor.

Longmaid calcinirt ein Gemenge von Schwefelkies und Kochsalz; an-fangs entwickelt sich schweflige Säure unter Bildung von schwefelsaurem Eisen.3u diesem Zeitpunkt bringt er das Gemenge in eine Retorte, erhitzt es dort zumblühen und leitet trockne Luft durch. Man erhalt ein ähnliches Gemenge wiebei Oxland^s Verfahren, welches außerdem noch schweflige Saure enthaltund natürlich ebenfalls gewaschen werden muß. Die Reaction ist dieselbe wiebei der Röstung der Silbererze zum Behuf der Amalgamation; die Rückständeenthalten, ähnlich wie dort, Glaubersalz und Eisenoxyd. — Ein Gemenge vonschwefelsaurem Eisenoxyd (ko 2 0z,380z) und Kochsalz (Cl a Na), welches sichbei gewöhnlicher Temperatur nicht zersetzt, giebt beim Glühen 2 Fe 0, S0 3 ,+ 2 NaCl a -f- NaO, S0 3 und Ci 2 ; bei Zutritt der Luft setzen sich die beidenersteren weiterhin in ke 2 0z -s- 2 SOzblaO und Cl 2 (Schaffhautl). —Dunlop benutzt eine Auflösung von Untersalpetersaure in concentrirter Schwe-felsaure, um damit Kochsalz zu zerlegen. Er zersetzt zu dem Ende eineMischung von Natronsalpeter und Kochsalz mit Schwefelsäure. Es entwickelts'ch Untersalpetersaure und Chlor, welche durch Schwefelsäure passiren; dasChlor entweicht, die Untersalpetersaure wird absorbirt und bildet jene Lösung,lvvmit er für die Folge das Kochsalz zersetzt. Es bildet sich daraus schwefel-saures Natron und — indem die Gase durch Schwefelsaure gehen — immerj^tebcc Chlor und dieselbe Säurelösung, welche wieder zur Zerlegung von Koch-salz dient u. s. f.

Bei dem Aufkommen der Chlorbleicherei kannte man kein anderes Bleich-^Uel, als das von Berthollet empfohleneChlorwaffer, d.h. eine Auflösung^ Chlor in Wasser. Die Schwierigkeiten, mit denen man anfangs zuTupfen hatte, wurden dadurch besiegt, daß man verdünnte Lösungen durch^'schen von frischem Wasser und Chlorwasser anwandte. Die Darstellung des^htercn geschieht einfach durch Einleiten von Chlor in Wasser, wobei jedochTemperatur sehr zu berücksichtigen ist. Das Wasser nimmt bei 0° und6»»°-" Barometerstand ungefähr 1% Vol. Chlor auf, mit wachsender Tempe-^Ur mehr, bis ein Maximum (nach Pelouze bei 9" — 10°, nach Gay-J«ffac bei 8° C.) eintritt, wobei das Wasser 3 Vol. Chlor aufnimmt; vona an vermindert sich die Löslichkeil des Chlors wieder, so daß Wasser von 14"a»r «och 2% Vol., von 30° noch 2 Vol. und von 100" nur noch V 7 Vol.^snilnmt. Die Temperatur jenes Maximums von 8"— 10" ist sehr nahe die^setzungstemperatur des Chlorhydrats — C) 2 ,10H 2 O, woraus hervorgeht,

das gesättigte Chlorwasser eine Menge von Chlor und Chlorhydrat inPasser — Eilt einfacher aber kostspieliger Weg, sich schnell Chlorwasser zu^schaffen, ist von Nordamerika ausgegangen und besteht darin, daß man 5 Th.ennige, 15 Th. Kochsalz und 8 Th. Schwefelsaure mit dem erforderlichen