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Zweiter Band.
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Bleichen der Thierfaserstoffe.

Anstatt nach neuerer Art die Kalkseife durch aufeinander folgende Be-handlung mit Saure und Aetzlauge fortzuschaffen, geschieht dies hier nach derursprünglichen Dana'schen Art mit kohlensaurem Alkali.

Nach der gewöhnlichen Annahme betragt der Gewichtsverlust der rohenBaumwollenzeuge bei der Chlorbleiche nur 10—15Proc., nach Anderen bis 28Proc. Diese Bleiche ist in der Regel in 4 — 5 Tagen beendigt, kann aber er-forderlichen Falls in 48 Stunden ausgeführt werden. — Diejenigen Baum-wollenstoffe, welche weiß in den Handel kommen, erhalten eine ganz ähnlicheAppretur wie die Leinwand (S. 710 d. B.).

Bleichen der Thierfaserstoffe.

Der große Widerstand der Pflanzenfasern gegen die chemische Wirkungder Bleichmittel existirt bei den thierischen Gespinnstfasern in ähnlicherWeise nicht. Man ist daher bei der Wollen - und Seidenbleicherei, indemwan eine wichtige Grundlage entbehrt, in der Wahl der Mittel weit einge-fchrankter. Sonnenlicht, Chlor und Chlorverbindungen, ätzende Alkalien, Kalkfwd von der Mitwirkung ausgeschlossen. Für die Vorbereitung der Faserbleiben nur kohlensaure Alkalien und Seife, für das Bleichen nur schwefligeSäure übrig. In dieser Beschränktheit der Hülfsmittel liegt es, daß man einefo vollkommene und eine so dauerhafte Weiße wie bei Leinen und Baumwollejemals erreicht. — Zur Vorbereitung der Wolle und Seide gehören eigentlichlch°n die weiter oben abgehandelten Processe des Entschweißens und des Ent-lchälens S. 655 und 644 d. B.).

Das Haupthinderniß einer gleichmäßigen, allseitigen Einwirkung derIchwefligen Säure auf die Wolle ist das vom Entschweißen zurückgebliebene,B ^ das vom Spinnen herrührende Fett. Dieses durch Verseifen, wie beiaumwolle und Leinen fortschaffen wollen, hieße die Wolle selbst auflösen. AnStelle der Aetzkalkalien läßt man Seife treten, welche durch ihre EigenschaftFett mit dem Wasser mischbar zumachen, und so die kohlensauren Alkalien^wrstützt. Dieser Vorgang wird zwar an sich durch höhere Wärmegrade sehrOrdert, aber Temperaturen über 60 — 65° C. vertragen sich nicht mit dern °he, weil sie diesen Stoff so mächtig zum Verfilzen disponiren und dadurch/'chwendig Ungleichheiten und Verziehungen hervorrufen. Selbst bei Tempe-unter dem bezeichneten Grad dürfen die Wollenzeuge aus diesem GrundPasr sondern nur in straff gespanntem Zustand behandelt werden. SieMen daher stets mittelst Spannwalzen durch die Flüssigkeit,htz E)ie schweflige Säure erzeugt man fast ohne Ausnahme direct durch Ver-(cb >« von Schwefel. Wie man weiß, äußert sie ihre bleichende Wirkung^ 'Zlich unter Vermittelung des Wassers. Wendet man sie daher — wie diesh^he nirgends anders geschieht — in Gasform an, so müssen die Zeuge vor-gemacht sein. Die Bleichung durch schweflige Säure wird durch eineWärnw (etwa die Blutwärme) begünstigt; daher ist eS Vortheilhaft,(Ulf** Schwefelkammern, worin die Stoffe zum Behuf des Schwefelnsgehängt werden, durch Dampf oder sonst wie heizbar sind. Die in die

Schwefeln