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Zweiter Band.
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Pffanzenfarbstoffe, blaue.

zwei Arten, die eine werde als Schaum oder Blume auf den Küpen der Pur-D-r 2 ndpurfarber erhalten, die andere sei ein auf dem Meere schwimmender Schaum,der sich an Schilf und Felsen ansetze. Das Indicum werde häufig, z. B. mitTaubenkoth, gefälscht; das beste Mittel dies zu erkennen, sei (glühende) Kohle;auf solche geworfen, gebe der Indiz eine schöne Purpurflamme*). Auch dienedas Jndicum in der Medicin, bei Geschwüren rc. Diese Angaben, die mitden des Divskorides übereinstimmen, lassen vieler Entstellungen ungeachtetkaum einen Zweifel, daß in dem classischen Zeitalter der Indigo bekannt, undindicum, ivdixov geheißen habe, und damals noch nicht zum Farben, sondernlediglich als Malerfarbe diente. Die arabischen Chemiker kennen ebenfalls denJndig; so finden sich bei Rhazes die Worte »Nil, alias indicum«, welcheBenennung Nil**) oder Anil noch besteht. Marco Polo beschreibt in seinerReise (im 13. Jahrhundert) die Bereitung des Jndigs nach dem Augenschein.

Um welche Zeit der Indiz in die Färberei eingeführt worden, laßt sich nichtgenau bestimmen, doch beweist seine Erwähnung im Farbebuch von Rosetti,vergl. S. 720 d. B., und bei Canneparius ***), sowie die Anführungvon Vorschriften ihn aufzulösen (Küpen anzusetzen), im Anfang des 17. Jahr-hunderts, daß in dieser Periode die Blaufarberei mit Indiz bereits eine be-kannte Sache war. Man erhielt ihn ausschließlich aus Indien, anfangs zuLand, spater nach der Entdeckung des Seewegs dahin zu Wasser, wo denn be-sonders die Holländisch-Ostindische Compagnie st) durch starke Einfuhr zurverbreitetem Anwendung des Jndigs beitrug. Dies änderte sich erst mit derAnlegung der Westindischen Colonien. Es ist jedoch lediglich die Jndigpro-duction und nicht die Jndigpflanze, die man nach Amerika übergesiedelt hat,

^enn die Spanier fanden letztere daselbst einheimisch stst). Trotz des lange Zeitentgegenstehenden Vorurtheils, sowie wiederholter Verbote und Beschränkungendurch die Gesetzgeber ststch), verdrängte der vortheilhaftere Indiz den Waid, zudem er ursprünglich nur als Zusatz diente, mit Macht, so daß diesem gegen-wärtig nur eine untergeordnete Rolle zukommt. Indessen hinderte der leb-hafte Verkehr mit Indiz nicht, daß man noch spat irrige Ansichten überseine Natur hegte und ihn z. B. noch im Anfang des vorigen Jahrhunderts

*) Hier ist ohne Zweifel nicht die Flamme, sondern der aufsteigende Dampf gemeint,und von der Sublimirbarkeit des Zndigfarbstoffs die Rede, welche als solche zuerstO'Brien in London 1789 erkannte.

**) »Nil« hindustanisch, so viel als blau; daß auch im Arabischen die JndigpflanzeH Nil oder Nir heiße, ist nicht an dem.

*) In seiner Schrift »vo ^.tramentis«, gedruckt 1619.

Gestiftet 1602.

sst) Schon Franz Colon nennt ste, in der Lebensbeschreibung seines Vaters Chri-stoph Colon, unter den Produkten von St. Domingo.

•"HO So in Deutschland Kursachsen 1650; ferner eine kaiserliche Verordnung vomJahre 1654, worin das Verbot im Reichstagsabschied von 1577, betreffend die»fressenden oder Teufelsfarben», auf den Indiz ausgedehnt wird. Auch in Frank-reich wurde der Gebrauch des Jndigs 1598 und später mehrmals untersagt, undselbst Colbert gestattet 1669 nicht, den Indiz ohne Waid zu benutzen, welchesVerbot erst 1737 aufgehoben wurde.