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Zweiter Band.
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Von der Färberei. Anhang; JndigfLrberei.

Gahrung der Indiz in Jndigweiß verwandelt, und des Kalks oder der Alkalien, G»„rung-.wodurch er gelöst und die Gahrung regulirt wird. Man nennt diese nach ge-wissen Regeln vorzunehmende Versorgung der Küpe durch neue Zufuhr die"Speisung «, im Gegensatz zur »Diät« der Küpe.

Die Waidküpe (Pastelküpe) ist das Product vom Uebergang der Waid-in die Jndigfärberei, indem man den ursprünglichen Waidküpen nach der Einfüh-rung des Jndigs diesen Farbstoff zusetzte und allmalig die Bedingungen aufsuchte,unter denen er sich am besten löste, bis endlich der Indiz den Waid aus derHauptrolle verdrängte und der letztere nur noch in zweiter Linie fungirte, wie esjetzt allgemein der Fall ist. Die Gahrung der Waidküpe hat ihren besten undregelmäßigsten Verlauf bei der Temperatur von einigen Graden unter oder über r,n,p-,

40° C.; je gleichförmiger sie innerhalb dieser Gränzen erhalten wird, was nur inheizbaren Küpen möglich ist, um so leichter und sicherer ist die Führung. — Diezugesetzten zählenden Pflanzenstoffe müssen von der Art sein, daß sie an sich keinedas zu erzeugende Blau beeinträchtigende, sondern wo möglich eine Farbe liefern,die dieses unterstützt und zum Vortheil modisicirt. Dies ist der Grund, warumman neben Kleie stets noch wirkliche Farbstoffe, nämlich Waid, Krapp, selte-ner Wau anwendet. Einige ziehen bloß getrockneten Waid vor, Andere nehmenden gewöhnlichen Waid in Ballen, der schon eine Gahrung erlitten hat; in Be-zug auf die Ballen wollen Einige gefunden haben, daß die Gahrung mehr Dauerund Regelmäßigkeit bewähre, wenn sie ganz in die Küpe kommen, während Anderesie vorher ausweichen und zerdrücken. Immerhin bringt der Waid den doppeltenNutzen, daß er der Küpe eine reichliche Menge leichtzersetzbarer stickstoffhaltigerSubstanzen, also Gahrungsmaterial, und zugleich seinen Jndiggehalt liefert, dermehr nebenbei zu Gute gemacht wird. Aehnlich wirkt der Krapp, einerseits durchviele leichtzersetzbare Stoffe für die Gährung, dann aber auch durch seinen Farb-stoff, der sich mehr oder weniger mit dem Jndigblau niederschlägt. Daß dem soist, beweist schon die einfache Erfahrung, daß besonders helleSchattirungen vonKüpenblau nicht dem reinen Jndigblau entsprechen; es geht aber auch aus einerdirecten, von Chevreul gemachten Beobachtung hervor: wenn man aus einerim Gang befindlichen Küpe etwas von dem klaren Inhalt herausschöpst, so langeMit Luft schüttelt, bis aller aufgelöste Indiz als Jndigblau herausgefällt ist, unddann siltrirt, so erhalt man eine Flüssigkeit, die schon in der Kälte die Baumwolleschwach röthlichfahl, die Wolle dunkel rothfahl und die Seide gelbfahl färbt.

Diese fahlen Farben mischen sich, besonders bei hellen Schattirungen, dem BlauMerklich, bei, wie dies schon die Erfahrung zeigt. — Die Vorschriften zum An-setzen der Waidküpe aus diesen Ingredienzien, zu denen als alkalischer Bestandth«ilnoch zu Pulver gelöschter Kalk hinzukommt, sind natürlich je nach dem zu färben-den Ton, nach der Beschaffenheit des Materials und nach der Ueberlieferung nichtüberall dieselben, um so weniger, als doch im Verlauf der Arbeit durch die Spei-sung noch ab- und zugegeben wird und werden muß. Zum Ansatz für große^üpen wird beispielsweise Folgendes vorgeschrieben: Man füllt die Küpe mit un-8ffahr 6000 Liter siedendem Wasser, setzt 150 Pfund vorher aufgeweichte Waid-ballen und 12 Pfund gemahlenen Indiz zu; nachdem Alles gut untereinander

Ansatz.