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Zweiter Band.
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874
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874 Sechste Gruppe. Bekleidungsgewerbe.

M-ch°dm d-s aber nicht die einzigen. Seit neuerer Zeit ist mit dem sogenannten »Ver- !

Verwanblung.W andeln « oder »Terniren« ein Kunstgriff chemischer Natur hinzugekom- !

men, welcher die Zahl der ausführbaren Muster bedeutend vermehrt und es \

möglich gemacht hat, durch einfache Hülfsmittel Variationen leicht und sicher \

hervorzubringen, deren Darstellung auf bloß mechanischem Weg mit unüber- <

windlichen Schwierigkeiten verbunden ist. Die Umwandlung findet in den >

mannigfaltigsten Arten statt, ist aber im Wesentlichen immer eine Einwirkung i

auf ein bereits gedrucktes Muster, so daß daraus Modisicationen und secundäreZusätze zu demselben hervorgehen, mag diese Einwirkung auf die Beize, oder s

mag sie auf die schon fertige Farbe gerichtet sein. Folgende Beispiele werden f

die hierher gehörigen Falle anschaulicher machen. s

Setzt man der gewöhnlichen Rothbeize für Rosa eines derjenigen Thon- ;

erdesalze zu, welche von selbst keine Thonerde an die Faser abzugeben vermögen, i

z. B. salpetersaure Thonerde, so wird dadurch an und für sich nichts geändert.

Beim Auswaschen würde dasselbe wieder weggehen und das Rosa gerade so a

gleichförmig ausfallen, als ob nur Rothbeize wäre benutzt worden. Druckt man o

aber nach dem Trocknen essigsaures Natron auf, so wird dadurch an den be- d

druckten Stellen durch doppelte Zersetzung die salpetersaure Thonerde in esstgsauce ö

verwandelt, also mit anderen Worten daselbst der Betrag der Rothbeize topisch u

vermehrt. An diesen Stellen haftet mithin nach geschehener Befestigung der g

Beize mehr Thonerde als in der Umgebung; beim Ausfarben wird also auch d

dort mehr Farbe gebunden, das aufgedruckte Muster wird nicht rosa, sondern v

dunkelcoth in Rosa zum Vorschein kommen. Man nennt dies »Roth durch z,

Verwandlung« (von Rosa) und »Beize zu zweierlei Nüancen.« w

Dasselbe kann in Violett und Lila mit Eisenbeize geschehen. So druckt man h,

z. B. sich kreuzende Streifen eines Musters mit gewöhnlicher Eisenbeize zu lila- al

die Beize für die senkrechten Streifen enthalt einen Zusatz von Eisenvitriol, die n

zu den wagrechten von essigsaurem Natron. Wo sich diese Streifen kreuzen, ai

bildet sich auf der betreffenden Stelle durch Zersetzung des Vitriols mit dem Natron- h,

salz essigsaures Eisen, welches zu dem in jedem der Streifen als solches sch^ ai

enthaltenen hinzukommt; diese Stellen werden also, nach dem Befestigen der Be>i§ m

und dem Ausfarben, dunkelviolett in Lila erscheinen. sp

Wird aus mit etwas Blutlaugensalz versetzte Rothbeize ein Gemisch ^ alWeinsteinsaure und essigsaurem Eisenoxyd aufgedruckt, so wird an dieser Stel oi!die Rothbeize durch die Saure entfernt und zugleich Berlinerblau niedergesch^' m

gen. Das Muster bildet dann nach dem Ausfarben blaue Zeichnungen trI so

Roth, das ist »Roth mit Verwandlung in Blau«. , de

In anderen Fallen geht die Umwandlung nicht auf der Beize, sondern ou ^der fertigen Farbe vor sich. So druckt man z. B. über ein fertiges, in S at bei

hölzern, Eatechu, Quercitron und dergl. gefärbtes Muster eine Lösung ^o sg

rothem chromsauren Kali in Streifen; dieses Salz ändert die weißen Ste ( El

nicht, aber überall wo es die genannten Farben berührt, bringt es einen tiefes die

Farbenton hervor, indem die Chromsaure Sauerstoff und Chromoxyd an ein

Farbe abgiebt. Wollte man die dunkleren Stellen als solche eindrucken, so N)Uden dazu, wegen der Nothwendigkeit die weißen Stellen allenthalben zu schont 1 sjjj